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Das Potenzial ist ausgewählt

30.03.2009 | 18:29 Uhr
Das Potenzial ist ausgewählt

„Wave to Community”: Herner Nachwuchskünstler stehen auch den letzten Casting-Block durch.

Die Jugendlichen mit dem meisten Potenzial stehen nun fest. Am Freitag endete der letzte Casting-Block für das Projekt „Wave to Community”, für das das Renegade Theatre und die Jugendförderung der Stadt engagierte Nachwuchskünstler suchten.

Zwei Jungen und vier Mädchen laufen ziellos durch die Turnhalle des Kinder- und Jugendzentrums „Der Heisterkamp”, stellen sich dabei gegenseitig den Weg, wie die Abwehrspieler am Torraum beim Handball. Abrupte Wechsel zwischen schnellem Rennen und langsamen Zeitlupenbewegungen. Für Workshop-Leiterin Alexandra Morales führen die Jugendlichen letztere noch nicht bewusst genug aus. „Langsamer! Laaangsameeer . . .”, ruft sie ihnen zu.

Am letzten Abend für das Projekt „Wave to Community”, das das Renegade Theatre gemeinsam mit der städtischen Jugendförderung zur Kulturhauptstadt 2010 gestaltet, stehen die Jugendlichen, die am Projekt mitarbeiten dürfen, bereits fest. Bei diesem Workshop geht es vor allem darum, ein genaueres Bild von den Jugendlichen zu bekommen und gemeinsam mit ihnen ihre Grenzen kennenzulernen. „Verstehen sie, was wir wollen? Was verstehen sie? Wo müssen wir noch weiterarbeiten?” – das sind die Fragen, denen Alexandra Morales auf den Grund gehen will. Am Anfang weiß sie noch nicht, wie es sich entwickeln wird. „Heute geht's um Bewegung und Sprache”, so die Trainerin, die an der Folkwangschule in Essen Tanz studiert hat. „Wir werden improvisieren. Es soll experimentell werden.”

Elcim Saygün (14), Chantal Staack (15) und Julia Werner (18) sind drei der Ausgewählten. Schon während des Castings konnten die Mädchen wichtige Erfahrungen sammeln. „Wir haben eine Menge gelernt”, sagt Chantal. „Trotzdem kommt man sich manchmal ein bisschen komisch vor bei dem, was wir machen”, lacht Elcim und Julia ergänzt: „Das kostet ganz schön Überwindung, aber wenn das jeder machen muss, ist es nicht so schlimm.”

„Dass die Jugendlichen bereit sind, sich zu öffnen und auch Neues auszuprobieren”, findet auch Heike Borgwardt von der Jugendförderung wichtig. Während der Arbeit erhalten sie die Möglichkeit, viele verschiedene Facetten der Kulturlandschaft kennenzulernen und selbst auszuprobieren: Tanz, Schauspiel, Zirkus sowie die Arbeit auf und hinter der Bühne. Zekai Fenerci vom Verein Pottporus will, dass die Jungen und Mädchen herausfinden, ob die Arbeit an so einem Projekt ihnen wirklich liegt. „Wir wollen nicht 1000 Projekte ins Leben rufen, von denen hinterher nichts übrig bleibt. Wir wollen, dass die Jugendlichen langfristig in die Arbeit hineinwachsen, Nachhaltigkeit ist wichtig.”

Was den Nachwuchskünstlern abverlangt wird, ist vor allem Durchhaltevermögen, Neugier und Ehrgeiz – und der Wille, bis zur Premiere im Jahr 2010 an sich zu arbeiten und dabei zu bleiben. „Kein Problem”, findet Elcim. „Ich hab' richtig Bock darauf, an so einer Sache mitzumachen.” Die beiden anderen Mädchen nicken zustimmend. „Jetzt ziehen wir das auch durch!”

Jennifer Kalischewski

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