Tanja Kehne aus Herne präsentiert Amsterdamer Fleischtopf

Das isst der Pott: Tanja Kehne aus Herne kocht Amsterdamer Auflauf.
Das isst der Pott: Tanja Kehne aus Herne kocht Amsterdamer Auflauf.
Foto: Ralph Bodemer
Was wir bereits wissen
Tanja Kehne aus Herne kocht täglich frisch. Beim WAZ-Besuch präsentiert sie eines ihrer Lieblingsgerichte. Das verlief nicht ganz unfallfrei.

Herne.. Was das jetzt alles mit unserem geografischen Nachbarn, also den Niederländern, und mit Amsterdam zu tun hat, das vermag auch am Ende des Tages niemand so recht zu beantworten. „Ich habe das Rezept mit dem Namen ,Amsterdamer Fleischtopf’ in einem Kochbuch gesehen, und da hieß es eben so“, sagt Tanja Kehne und lacht. Ist ja auch egal. Fakt ist: Das Gericht ist relativ schnell zubereitet und, so viel sei vorab verraten: Es schmeckt auch noch.

Kochen und Backen nur noch ohne Klebereiweiß

Vor allem aber ist der Fleischtopf verträglich für Menschen, die an Zöliakie, also Glutenunverträglichkeit, leiden. Diese chronische Erkrankung ist nämlich ein Thema im Hause Kehne. „Da unser Sohn diese Krankheit hat, koche und backe ich nur noch ganz ohne Gluten“, sagt die Mutter eines 16 Jahre alten Sohnes.

Früher sei es noch schwierig gewesen, an die Spezialprodukte zu kommen. „Mittlerweile bekommt man die Lebensmittel in allen gut sortierten Supermärkten sowie in den Drogeriemärkten“, so Tanja Kehne mit Blick auf die Nudeln, natürlich ganz ohne Klebereiweiß. „Selbst habe ich irgendwann auch gemerkt, dass es mir viel besser geht, wenn ich auf Gluten verzichte“, sagt sie und schneidet sich doch glatt mit dem scharfen Messer in den Finger. Nun muss also erst einmal ein Pflaster her, bevor es mit dem Kochen weitergehen kann. „Das Messer habe ich noch vergangene Woche zum Schärfen nach Bochum gebracht“, berichtet sie. Wo dort? „In einem Waffenladen.“

Nach kurzer Verarztung und dem Verlust einiger Tropfen Blut zeigt die 46-Jährige aber wieder ihr schönstes Lächeln. Das kann sie auch, denn mit strahlenden Zähnen kennt sie sich aus, arbeitet sie doch als zahnmedizinische Fachangestellte in Bochum-Eppendorf.

Gekocht wird bei Familie Kehne täglich – immer frisch. „Allerdings muss ich zugeben, dass ich viel lieber backe“, sagt sie. Kuchen, Brote, alles natürlich mit glutenfreiem Mehl. Ob das Essen mit den Spezialprodukten anders schmeckt? „Ja“, sagt Tanja Kehne begeistert. „Es schmeckt mir besser.“

Das war längst nicht immer der Fall. „Als die Ärzte die Zöliakie bei meinem Sohn feststellten, also Ende der 90er Jahre, da gab es längst nicht so viele Ersatzprodukte in den Regalen.“ Genauer genommen fast gar keine. Damals bestellte die Wahl-Hernerin das Spezialmehl über einen Versand im süddeutschen Raum. Und daran hält sie bis heute fest. Warum? „Weil mir das Mehl von dort einfach am besten schmeckt.“

Auch beim Bier gibt esschon Alternativen

Und apropos Getreideunverträglichkeit: Wie sieht es denn hin und wieder mit einem Bierchen aus? Ist das erlaubt, so als Allergiker? „Auch da gibt es mittlerweile Alternativen – ganz ohne Getreide.“ Und schmecken sollen sie laut Aussage von Tanja Kehne auch noch sehr gut.

Sicherlich passen die Kaltgetränke auch ganz hervorragend zu ihrem Fleischtopf, den sie mittlerweile, trotz des kleinen Unfalls mit dem scharfen Messer, fertig zubereitet hat. „So, gleich können wir essen“, sagt sie und schiebt die Form in den Ofen. Während der Auflauf im Ofen bei 200 Grad gute 20 Minuten vor sich hin schmort, trinken wir erst einmal einen schönen Schluck kühles Wasser: garantiert glutenfrei.