„Saure Eier“ aus Tradition bei Monika Träger

Monika Träger (l.) bekommt Unterstützung von WAZ-Experte Urs Bischof. 
Foto: Thomas Goedde
Monika Träger (l.) bekommt Unterstützung von WAZ-Experte Urs Bischof. Foto: Thomas Goedde
Was wir bereits wissen
Monika Träger aus Herne kocht gerne „frei Schnauze“. Bei diesem Gericht muss die Rentnerin aber gut aufpassen, damit es gelingt. Ihre Küche sieht sie als Atelier.

Herne.. Monika Träger tut viel, um ihre Figur in Schuss zu halten. Sie geht regelmäßig ins Fitnessstudio und verzichtet abends auf größere Mengen an Kohlenhydraten, weil das die Fettverbrennung anregt. Über einen Eiweißmangel muss sich die Hernerin jedenfalls keine Sorgen machen – zumindest nicht, wenn „saure Eier“ auf der Speisekarte stehen. Mehlschwitze, Brühe, Essig und jede Menge Eier landen hierfür im Kochtopf – eine Mischung, die erst einmal befremdlich klingt, geschmacklich aber durchaus überrascht.


Mit ihrer feurigen Art flitzt die rothaarige Frau durch die großräumige, knallgrüne Küche. Dabei plaudert sie munter und sucht die Zutaten fürs Kochen zusammen. Die Küche ist Monika Trägers Atelier, in dem sie sich austobt. „Ich lasse meiner Fantasie freien Lauf“, erklärt sie, „auch Reste kommen manchmal in den Kochtopf.“


Auch bei den traditionellen „sauren Eiern“ hält sich die Köchin nicht mit lästigen Maßangaben auf: „Ich koche immer frei Schnauze.“ Monika Träger greift beherzt in die Margarine, um eine Mehlschwitze zu machen, „eine Handvoll, oder auch zwei“. Das Mehl kommt dann pi mal Daumen dazu. „Eins, zwei, drei“, sie hält kurz inne und fügt noch einen vierten Esslöffel hinzu. Das Ganze werde jetzt geröstet, bis „es fast schwarz“ werde, anschließend mit Brühe aufgekocht und mit Essig abgeschmeckt.


Die Rentnerin – die sich selbst lieber als „freischaffende Künstlerin“ bezeichnet und ihr Alter partout nicht verraten möchte – genießt es sichtlich, für den Besuch zu kochen. „Ich koche leidenschaftlich gerne, aber ich habe oft nicht genügend Esser. Als es noch Hotel Mama gab, war das anders “, bedauert sie.

Eier blanchieren: Nicht so einfach

Langsam lässt Monika Träger die rohen Eier in die heiße Flüssigkeit gleiten. Wichtig dabei ist, dass sie genügend Abstand zueinander haben, um nicht zu verklumpen, weiß sie aus langjähriger Erfahrung. Gerade will sie nach Salz und Pfeffer greifen, da schreitet Sternekoch Urs Bischhof ein. „Warum salzen wir erst zum Schluss?“, will er wissen und hält die Antwort auch schon parat: „Weil Salz die mit Essig gebundenen Eier wieder auflösen würde – genau das wollen wir vermeiden“. Als Spitzenkoch hatte er es schon mit diversen Gerichten zu tun, von „sauren Eiern“ hatte er bislang aber noch nicht gehört. Die Konsistenz der blanchierten Eier sei „auf den Punkt perfekt“, für seinen Geschmack hätte es aber etwas weniger Soße sein dürfen. „Frei Schnauze“ ist eben nicht jedermanns Sache.


Die Köchin lässt sich ihr Abendbrot zusammen mit einer Flasche Bier schmecken. Kohlenhydrate am Abend zählt sie erst morgen wieder.

Die Zutatenliste:

Saure Eier für vier Personen :

  • 12 Eier
  • 150 g Fett
  • 4-6 EL Mehl
  • 1 L klare Brühe
  • 5 EL Essig (dunkel )
  • 3 EL Balsamico di Modena
  • Salz, Pfeffer

Und so geht's:

Fett im Topf erhitzen, Mehl beifügen und anschwitzen, bis es braun wird. Alternativ: zuerst das Mehl leicht anrösten und anschließend das Fett hinzufügen.


Die Mehlschwitze mit der Gemüsebrühe ablöschen und kurz aufkochen lassen. Den Essig dazu geben und abschmecken. Vorsichtig die Eier in die Flüssigkeit geben und ca. 20 Minuten auf niedriger Stufe mit Deckel köcheln lassen. Erst jetzt mit Salz und Pfeffer würzen (Achtung: wenn das Salz zu früh dazu gegeben wird, können sich die Eier wieder auflösen). Parallel dazu Salzkartoffeln kochen.


Drei Eier pro Portion und die Salzkartoffeln mit dem Balsamico di Modena verzieren. Passend dazu: ein kühles Pils.