Sauerkraut mit Pep und Püree aus Herne

Das Schneiden der Würstchen erledigt Peter Kramer mit voller Konzentration.
Das Schneiden der Würstchen erledigt Peter Kramer mit voller Konzentration.
Foto: Fabian Strauch
Was wir bereits wissen
Peter Kramer und Christine Grefe-Kramer aus Herne mögen es deftig. Ihren Sauerkrautauflauf kochen sie immer in Teamarbeit.

Herne.. Beim Ehepaar Kramer wird gekocht, gerne und regelmäßig – vor allem aber im Team. Die Küche glänzt, ist hell und modern. „Wir haben sie noch nicht lange“, sagt Christine Grefe-Kramer. „Von donnerstags bis sonntags kochen meine Frau und ich immer zusammen“, ergänzt Peter Kramer. Am Montag gibt es meist die guten Reste vom Wochenende.

Beide sind Vollzeit berufstätig, er Musikschullehrer, sie Medizinisch-Technische Radiologieassistenten. „In der Woche bleibt da leider nicht allzu viel Zeit zum Kochen“. Doch das Werken in der Küche wird gegen Wochenende in opulenter Form nachgeholt. Dosenessen ist hier tabu, alles wird frisch zubereitet. Mit viel Liebe. Zunächst aber die Frage: Wer von beiden bindet sich heute die Kochschürze um, ein Mitbringsel der WAZ. „Das macht mein Mann“, sagt die 55-Jährige und lacht. Das heißt aber noch lange nicht, dass sie sich im Hintergrund hält.

Der Sauerkrautauflauf „Kramersche Art“ ist eine Gemeinschaftsproduktion, so wie fast alle Gerichte. „Ideal ist das Essen für kalte Tage“, so Peter Kramer. „Und besonders gut, weil man den Auflauf am nächsten Tag noch prima aufwärmen kann.“ Alles andere wäre auch Verschwendung, angesichts der ordentlichen Portion, die hier in der 16 Quadratmeter großen Küche innerhalb einer Stunde zubereitet wird. Der Sauerkrautauflauf ist keineswegs ein Gericht, das mal eben zwischen Tür und Angel gekocht werden kann. Gutes dauert eben seine Zeit – Zeit, die sich das Ehepaar gerne mit einem Gläschen Sekt versüßt.

Bratensaft wird nicht weggeschüttet

Während sich Peter Kramer um die Arbeit am Messer kümmert und das Kassler in Scheiben schneidet („Den Bratensaft vom Kassler bitte nicht wegeschütten. Das wäre Todsünde“), kommt Christine Grefe-Kramer am Induktionsherd ins Plaudern. Sie lässt langsam den Zucker in die Pfanne rieseln. „So karamelisiere ich das Sauerkraut. Das ist der Trick.“ Tatsächlich gibt das Ganze eine köstlich süße Note. „Einen süß-saueren Effekt“, so formuliert es die Hausherrin. Schon vor der Heirat mit ihrem Ehemann war klar: „Erst kommt der Kochkurs, dann der Tanzkurs.“ Eine weise Entscheidung, die das Ehepaar niemals bereut hat. Verheiratet sind die beiden nun seit über 30 Jahren.

Gegessen haben sie das Gericht zum ersten Mal, natürlich gemeinsam, im Elsass. Gerne reichen sie noch Mettwürstchen dazu. „Die koche ich vorher kurz ab, damit sie nicht so salzig werden“, so Grefe-Kramer am Herd. Der besondere Pep am Ende: Der geriebene Käse sowie die in Butter geschmorten Zwiebeln auf dem Auflauf. Alles natürlich auch hier erstellt: in Teamarbeit. Echt lecker!

Und so geht’s:

Kassler mit Knochen knapp mit Wasser bedecken, eine Stunde langsam köcheln. Fleisch vom Knochen lösen und in Scheiben schneiden. Sauerkraut: Ein Esslöffel Schmalz auslassen, darin Zucker karamellisieren lassen und 750 Gramm Sauerkraut anbraten, mit Weißwein ablöschen. Die Brühe vom Kassler hinzufügen. Kartoffeln in Salzwasser kochen, zerstampfen, warme Milch hinzufügen, abschmecken. Kasslerstücke in eine Auflaufform geben und mit Sauerkraut bedecken, das Püree auf dem Sauerkraut verstreichen. Garzeit: 175 Grad, ca. 20 Minuten. Nach 15 Minuten geriebenen Käse auf den Auflauf streuen. Geschmorte Zwiebeln anrösten und oben dazugeben. Mettwürstchen auf Wunsch dazu.

Zutaten:

  • 1 Kilogramm Kassler
  • 2 Zwiebeln, 5 Pfefferkörner
  • 750 Gramm Sauerkraut
  • 100 ml Weißwein oder Apfelsaft
  • 5 Essl. Zucker
  • 1,5 Kg. Kartoffeln
  • 300 ml Milch
  • Butter, Salz, Muskatnuss