Ruhrpott-Rösti nach Omas Rezept

Teamwork in der Küche: Gilla Rother bekommt Unterstützung von Spitzenkoch und WAZ-Kolumnist Urs Bischof.
Teamwork in der Küche: Gilla Rother bekommt Unterstützung von Spitzenkoch und WAZ-Kolumnist Urs Bischof.
Foto: Funke Foto Services
Was wir bereits wissen
Goldbraun und knusprig: Die Kartoffelpuffer von Gilla Rother sind eine Wucht. Nicht nur als köstliche Beilage, sondern auch als Hauptspeise mit Räucherlachs

Herne.. An diesen Tag in ihrer Kindheit kann sich Gilla Rother noch ganz genau erinnern: Nach der Städte-Ehe von Wanne-Eickel und Herne kletterte sie als „Wanner Mädel“ das neue Ortsschild „Herne“ hoch, um wieder dick und fett „Wanne“ darauf zu schreiben. Die Heimat der fröhlichen Frau – das Ruhrgebiet – hat auch ihre Küche geprägt: Wenn ihr Mann Jens und sie in der Küche stehen, kommen regelmäßig typische Ruhrpottgerichte auf den Tisch, am liebsten die selbst gemachten „Ruhrpott-Rösti“ nach Omas Rezept.

Zu Großmutters Zeiten habe es wenig Geld, aber dafür Kartoffeln „en masse“ gegeben, erzählt sie. Durch diese Umstände sei der Ruhrpott-Rösti – eine Kombination aus geriebenen Kartoffeln, Zwiebeln, Ei und Mehl – entstanden. „Die Rösti kommen immer gut als Vorspeise an“, als Hauptgang müsse jedoch noch etwas „Richtiges“ dazu. „Deshalb habe ich Omas Rezept abgewandelt und serviere noch frischen Räucherlachs, eine Honig-Senf-Dill-Soße und rote Zwiebeln dazu“, sagt sie.

„Jetzt geht’s los!“ Gilla streift die Kochschürze – ein Gastgeschenk der WAZ – glatt und verlässt die kleine behagliche Küche, um eine runde Holzschale randvoll mit Kartoffeln und Zwiebeln zu holen. Das, sagt sie, müsse alles geschält und gerieben werden – „ganz schön anstrengend“.

Geschickt vermengt die Hobby-Köchin die Raspeln mit dem Ei und ein wenig Salz. Die Grundlage steht. „Jetzt müssen wir loslegen, sonst werden die Kartoffeln braun.“ Sie gibt einen Schuss Öl in die Pfanne und dreht den „Herd auf volle Pulle“.

Inspiration durch Kochshows

Portionsweise bettet sie die Rösti ins heiße Fett und drückt sie mit dem Kochlöffel fest. Tipp von der Köchin: „schön dünn, damit sie gar und knusprig werden“. Während die fertigen, goldbraunen Kartoffeltaler bei 80 Grad im Ofen warm gehalten werden, macht sich die Chefin an die Soße. „Da fehlt noch was“, sagt sie, als sie sich die Probierportion auf der Zunge zergehen lässt. Und zwar: „noch etwas mehr Dill“.

Rezeptbücher gibt es im Hause Rother kaum. Wenn mal nicht „frei Schnauze gekocht wird“, lässt sich die Sekretärin beim Feierabend durch Kochshows wie das „Perfekte Dinner“ inspirieren. Ihre Schwester hat sie einmal bei der Kochsendung angemeldet. Leider hat es aber nur für die erste Auswahlrunde gereicht. Der Freude am Kochen hat die Absage des Fernsehteams keinen Abbruch getan – ganz im Gegenteil. Wöchentlich kommt ein Drei- bis Vier-Gänge-Menü auf den Tisch.

Auch diesmal gibt die elegant drapierte Kreation auf dem Teller ein gutes Bild ab, wie Spitzenkoch Urs Bischof findet. Auch der Geschmack sei „hervorragend“. Gilla lehnt sich nach getaner Arbeit gut gelaunt zurück. „Jens macht jetzt die Küche sauber.“ Sie lacht – und wendet sich mit einem Augenzwinkern an ihren Mann: „Das machst du ja gerne, nicht wahr, Schatz?“

So geht's: Rezept für Kartoffelpuffer

Die geschälten Kartoffeln und die Zwiebeln kleinreiben. Dann mit einem ganzen Ei und etwas Mehl vermengen. Mit Salz abschmecken. Alternativ kann man mit der Stärke der Kartoffel arbeiten: Die Raspeln in einem Küchentuch kräftig auswringen und ohne weitere Zutaten anbraten. So sind die Rösti zwar noch knuspriger, aber auch etwas instabiler.

Kartoffeltaler beidseitig in der Pfanne goldbraun anbraten und im Backofen bei 80 Grad und Umluft bis zum Servieren warmhalten.

Für die Soße Crème fraîche, Waldhonig, frischen Dill und Senf nach Belieben verrühren. Den frischen Räucherlachs auf den Rösti drapieren und nach Belieben mit roten Zwiebeln oder Schalotten garnieren.