Bea Voß aus Herne serviert Frikadellen mit Schmackes

Immer konzentriert  bei der Arbeit: Bea Voss aus Herne in ihrer Küche.
Immer konzentriert bei der Arbeit: Bea Voss aus Herne in ihrer Küche.
Foto: FUNKE Foto Services
Was wir bereits wissen
In der Küche von Bea Voß in Herne wird kräftig gearbeitet: Da wird paniert, geschnibbelt, gebraten und gestampft. Diesmal serviert sie Frikadellen mit Wirsing.

Herne.. So, meine Damen und Herren, jetzt muss mal Platz gemacht werden: Hier kommt Mutti! Und wenn sie eines so richtig gut kann, dann ist das Kochen. Das muss mal in aller Deutlichkeit gesagt werden. Bea Voß braucht kein Klimbim, kein Trara und erst recht kein Chichi: Echtes Handwerkzeug muss her, schließlich wird hier gearbeitet. Frikadellen gibt es heute, schön deftig, mit Wirsinggemüse und Speck – und frischem Kartoffelstampf mit warmer Milch, ordentlich „guter Butter“. Hungrig soll niemand nach Hause gehen.

Drei hungrige Mäuler zu füttern

Täglich steht die Mutter von zwei Söhnen in der Küche und kocht meist für drei hungrige Mäuler. Der älteste Sohn ist gerade ausgezogen. Dafür aber ist der Ehemann täglich von der Partie – so auch heute. Und bevor es überhaupt losgeht, betont der 56 Jahre alte Familienvater sofort: „Meine Frau kann wirklich großartig kochen.“

Doch vor dem Vergnügen kommt ja bekanntlich die Arbeit: Also ab in die rustikale gemütliche Küche Wanne-Eickels und ran an den Speck. Im wahrsten Sinne des Wortes: „Den schneide ich in kleine Würfel für das Wirsinggemüse“, so die charmante Hausfrau. Ob sie täglich kocht? „Aber natürlich“, betont sie. Und: „Ich probiere immer wieder was Neues aus.“ Kochshows schaut sie gerne, und gerne holt sie sich neue Inspirationen. „Am Wochenende hatten wir Roastbeef, nach einem Rezept im Internet. Das war hervorragend.“ Nun aber zurück zur „Frikadüse“, wie Familie Voß sie nennt. Erst einmal geht es dem Hackfleisch an den Kragen. „Ich nehme nur reines Rindermett“, betont sie und zieht die Einweghandschuhe über. „Soll ja alles hygienisch sein.“ Zum Fleisch gesellt sich ein aufgeweichtes Brötchen, „aber nur Roggen“, Zwiebeln, Knoblauch — und ein kleiner Schuss Maggi. „Das gibt dem Ganzen noch eine ganz besondere Note“, so die Küchenchefin. Dann wird geknetet, gerollt, geklopft und paniert, „natürlich alles per Hand.“

Die Küche ist ihr Reich

Der Hausherr hat es sich derweil im Wohnzimmer auf dem Sofa gemütlich gemacht. „Ich will ja nicht stören“, sagt er und lacht. Nein, diese Küche, das ist einfach ihr Reich. Hier hat Bea Voß alles unter Kontrolle. Nun geht es weiter mit dem Püree. Wenn die Kartoffeln gar sind, kommen sie durch die Kartoffelpresse, noch etwas warme Milch, Butter: „Und vor allem geriebene Muskatnuss. Die darf auf keine Fall fehlen“, betont Bea Voß und holt die kleine Muskatreibe. Anschließend wird das komplette Püree noch einmal umgerührt. Nun schneidet sie noch den Wirsing in feine Streifen und brät ihn mit durchwachsenem Speck in der Pfanne an: „Das Gemüse, das muss schön knackig blieben“, so die 58-Jährige. Gelernt hat sie das Kochen von Mama und der Oma.

Eingekauft wird übrigens überall: Bei Discountern, Supermärkten, am liebsten aber auf dem Markt. „Hin und wieder fahre ich nach Düsseldorf auf den Karlsplatz.“ Umwerfend sei das Angebot. „Und am Ende noch ein Alt. Das ist ein echtes Erlebnis“, sagt sie lachend. Ein Erlebnis auch ihre Frikadellen: herzhaft und knusprig.

Ganz wie bei Mutti.