Das Herz der Eisarena
15.02.2010 | 14:34 Uhr 2010-02-15T14:34:00+0100
Herne. Mit einer neuen Kühlanlage soll der Betrieb der Eissporthalle im Revierpark Gysenberg rechtzeitig zu den Play-Off-Spielen der Herner Eishockey-Profis Mitte März wieder aufgenommen werden. 76.000 Euro zahlt die Stadt für Laufzeiten.
Das Kreischen des Trennjägers schmerzt in den Ohren. Funken fliegen, der Geruch ist betörend. Volker Platz von der Firma Schmitz GmbH aus Viersen „operiert” das Herz der Herner Eisarena: die Kühlanlage. Ohne sie ist die Halle so etwas wie ein gefesselter Riese. Mitte März soll das graue Nebeneinander von Rohren und Verbindungen wieder funktionieren – ein Gerät, das Ammoniak so komprimiert, dass es den Betonboden der Arena runterkühlen kann – auf minus zehn, minus zwölf Grad Celsius. Anschließend müssen die Eismeister ran, Wasser auftragen, Schicht für Schicht. Einige Tage später wäre die Fläche fertig, präpariert für die Sportler, für Profi- und Hobbyläufer.
Zur Erinnerung: Im September 2008 wechselte die Eisarena im Revierpark Gysenberg den Besitzer. Der eine Unternehmer, Jürgen Stieneke, verkaufte sie an einen anderen, Ralf Pape. Schon damals gab es Schwierigkeiten mit der Kühlanlage. Diese waren lösbar. Dann, im Sommer 2009, rückten die Mitarbeiter des TÜV an, zur Pflichtprüfung, notwendig alle fünf Jahre. Sie entfernten die Isolierung der Rohre und entdeckten das Elend: Rost. „Der Zustand war katastrophal”, sagt David Schmitz (27) von der neuen Betreibergesellschaft, der Eissporthallen Herne GmbH. Der TÜV legte die Anlage still. „Wir hätten sie aber auch von uns aus nicht weiterbetrieben, das wäre grob fahrlässig gewesen”, so Schmitz. Das Kühlmittel Ammoniak ist giftig, nicht auszudenken, wäre ein Unfall passiert.
Die Folgen sind bekannt: kein Eis, kein Eishockey, kein Schulsport, keine freien Laufzeiten, keine Eisdisko. Der Profisport litt und ebenso die Jugendmannschaften des Herner EV. Lange Zeit war unklar, ob es klappen würde mit der Wiedergeburt. Die Zukunft der Arena samt Drumunddran hing am seidenen Faden.
Am Ende entschloss sich der Besitzer doch zur Sanierung. „Sagen wir es so: Es ist das soziale Engagement des Gesellschafters, der das möglich gemacht hat”, erklärt Schmitz. Der Gesellschafter, Ralf Pape, ein Mann, der mehrere Unternehmen führt und eine heiße Leidenschaft fürs Eishockey hat, griff in die Tasche. Nach ersten Investitionen machte er weitere möglich. „Wir sind nach der Reparatur auf dem Stand der Dinge”, so Schmitz. Zehn bis 15 Jahre, so glaubt er, dürfte die Anlage aus technischer Sicht kein Problem mehr sein. Eine Stange Geld habe das gekostet. „Wir haben nichts Halbherziges gemacht.”
Mitte März, pünktlich zu den Play-Off-Spielen der Herner Eishockey-Profis, soll das Eis da sein. David Schmitz: „Stand heute: Wir schaffen es bis zu den Play Offs.” Der TüV muss das Ganze dann rechtzeitig abnehmen und das Umweltamt Grünes Licht geben.
Was nach den Qualifikationsspielen für die 2. Eishockey-Bundesliga passiert, ist offen. Ende April ist Schluss, gut möglich, dass das Eis dann wieder, wie üblich, abgetaut wird. „Unsere Erfahrungen sagen, dass die Besucherzahlen beim offenen Laufen im Frühling rapide runtergehen”, sagt Schmitz. Die Anlage ohne Eishockey, dafür aber für nur wenige Hobbyläufer weiterlaufen zu lassen, reißt weitere Löcher in die schon löchrige Betriebsbilanz. „Um eine schwarze Null zu schreiben, müssten wir unsere Einnahmen verdoppeln. Allein durch den Eisbetrieb ist das nicht möglich”, sagt Schmitz.
Die Halle wird wohl auch künftig am Tropf des Privatiers Pape hängen. 76.000 Euro pro Jahr bekommt die Betreibergesellschaft von der Stadt, für Jugend- und Schulsport, freie Laufzeiten, die Diskofahrer. Fast 30 Stunden pro Woche steht ihnen die Arena zur Verfügung. Um die Defizite zu senken, müssten weitere Einnahmen her, viele gut besuchte Eishockeyspiele, andere Veranstaltungen. Schmitz: „Wir werden versuchen, uns dahingehend zu entwickeln. Zuvor aber müsste noch das eine oder andere getan werden.”
11:15
In Deutschland ist Eishockey eine Randsportart. Mehr nicht.
08:22
Köln läßt grüßen. Auch die Zuschauerzahlen werden weiter absinken.
00:14
@lieber_duisburg_als_herne, vor 7 Stunden
Was schreibst du da für wirres Zeug? Ist in eurem Duisburger Forum nichts los? Falls es dir noch nicht aufgefallen ist, wird es erst Mitte März wieder Eis in der Gysenberghalle geben. So lange muss der Herner EV auswärts in einer anderen Stadt spielen. Dafür ist der Zuschauerschnitt auch noch beachtlich. Also fasel hier nichts von paar Zuschauern. Noch sind wir nicht zuhause.
16:58
In einem Jahr wissen wir mehr. Herne war einmal vor langer Zeit eine Hochburg für den Eissport. Aber heute bei den paar Zuschauern, sollte man das Geld für was anderes verwenden.
16:49
Das ist übrigens genau die Werbung, die der Club zur Rückkehr an den Gysenberg braucht, und dadurch mithilft, dass hoffentlich viele Zuschauer den „Beginn“ der Saison 2009/2010 „in Herne“ besuchen und hoffentlich bis Saisonende begleiten werden.
Für die Zukunft bleibt zu hoffen, dass die Spielbetriebs GmbH einen seriösen und soliden Weg für und in die Zukunft „gemeinsam mit dem Club“ geht, damit auch langfristig dabei Kontinuität in die Sache kommt und „richtig gelebte Partnerschaft“ für die Öffentlichkeit ersichtlich wird. Diese Werbung und Kontinuität sorgen dann auch dafür, dass es für diese Sportart eigentlich nur weiter bergauf gehen kann in Herne. Eigentlich sollte und müsste das dann auch den Alleingesellschafter R. Pape erfreuen, denn solch eine Vorgehensweise wird dann automatisch positiv noch mehr Aufmerksamkeit auf den HEV richten/ziehen. R.Pape sollte dabei die HEV Zukunft weiter wohlwollend begleiten, weil diese ihn gerade und insbesondere als Eigentümer der Halle mehr als nur zu interessieren hat.
Das ist aus dem Forum des HEV auf seiner HP zu entnehmen und weist in die gleiche Richtung.
Präsenz ist Werbung - nie war sie für den HEV so verdient seit McNevan und Pape - einschl der sehr guten Arbeit vor Ort eines Jürgen Schubert.
10:52
Schön, dass es bald wieder Eis am Gysenberg gibt!
Man fühlt sich wie ein kleines Kind kurz vor Weihnachten!
20:57
Der obige Kommentar unter #5 ist lang und schmerzvoll.
Aber ziemlich treffend - und man muß da durch.
Was diese Stadt mit ihren Schönrednern schon alles den Bach hat runtergehen lassen, das sieht man nicht nur am Zustand der Eishalle oder am maroden SCW-Stadion.
Was bei Westfalia an Außendarstellung von einem St. geboten wird, das ist mit den Leistungen eines R. für die Eishalle nicht ansatzweise vergleichbar. Die Stadt kann froh sein, jemanden wie Pape gefunden zu haben, der sich für die Existens dieses vor Ort offensichtlich völlig unterschätzten Standorts tatkräftig engagiert.
Mit Spitzensport ist diese Stadt ohnehin nicht gerade gesegnet - der HEV dagegen ist deutschlandweit im Gespräch und muß bei dem ganzen Thetaer in seinem Umfeld fast schon gar mehr spielen, um kostenlos in den Chards zu stehen.
Als die Halle erstellt wurde, da war das Getöse groß in Richtung SOZIALE BEDEUTUNG pp. - an dieser Richtigkeit dürfte sich bis heute allerdings in der Sache nichts geändert haben.
Für Herne und die gesamte Region ist diese Halle von großer Bedeutung - daran ändern auch Erbsenzählereien wie andere unsachliche Zahlenvergleiche nichts..
Ansonsten: wenn er in Duisburg Ärger haben sollte - und in Herne nicht: was sollen uns diese Worte sagen?
20:41
Pape will die Eishalle kaufen.
Der Unternehmer und Chef der Duisburger Eishockey- Füchse will Gespräche mit der Stadt über den Kauf der Scania- Arena führen. Es geht um die sportliche Zukunft in Duisburg. Eine Eishalle besitzt er schon in Herne. Mit der hatte er anderem viel Ärger. Vielleicht hat er mehr Glück mit der Duisburger Eissporthalle.
20:01
@rechts_oder_links, vor einer Stunde
Das erkläre mal bitte. Nur wenn du es kannst und dann bitte vernünftig.
18:15
Für Westfalia Herne müßte die Stadt Herne jetzt auch ein überdachtes Stadion bauen. Muß nicht so groß sein, wie in Schalke . Gleiches Recht für alle Fan.