Das Herner Unternehmen Camiview bietet 360-Grad-Fotos

Interessante Orte im Breitbandformat bietet der Internetdienst „Camiview“.
Interessante Orte im Breitbandformat bietet der Internetdienst „Camiview“.
Foto: Camiview
Was wir bereits wissen
Der Herner Tim Meyer bietet mit seinem Unternehmen Camiview erstaunliche Perspektiven. Der Internetdienst überrascht mit 360-Grad-Panoramen.

Herne..  Medien – das ist nicht gerade eine Branche, mit der Herne bislang besonders in Erscheinung getreten ist. Doch bei näherer Betrachtung gibt es Ausnahmen – wie das Angebot „Camiview“. Hinter diesem Namen verbirgt sich ein Dienst, der Nutzern kostenlos Panoramabilder zur Verfügung stellt.

Der Mann hinter Camiview heißt Tim Meyer. Nicht nur dessen Dienst ist außergewöhnlich, sondern auch er selbst. Der Grund: Der gebürtige Herner begann nach dem Abitur am Haranni-Gymnasium ein Regie- und Drehbuchstudium an der Fachhochschule in Dortmund – und wagte bereits parallel den Sprung in die Selbstständigkeit. Eine Seltenheit. So bietet der 22-Jährige mit Freunden in der Agentur „Cangoomedia“ Film-, Video- und Musikproduktionen, etwa Werbefilme und Radiospots, aber auch hochauflösende Fotoaufnahmen.

Vom Lago habe er dann einen „Großauftrag“ erhalten, erzählt Tim Meyer. Er produzierte einen 360-Grad-Rundgang für die Wellness-Einrichtung. Die gute Resonanz zündete bei Meyer den Gedanken, Camiview zu starten.

Die Grundidee war folgende: Statische Fotos – selbst wenn es ganze Strecken sind – bieten immer nur einen Ausschnitt einer Lokalität. Mit den Panorama-Aufnahmen macht Meyer den kompletten Raum sichtbar. „Es fühlt sich an, als ob man selbst an dem Ort ist“, beschreibt Meyer Camiview. Auf der Internetseite von Camiview können sich Nutzer zum Beispiel ins Muca-Café im LWL-Museum begeben. Die Kamera kann vom Boden an die Decke fahren sowie einmal komplett im Kreis herum. Auch ein Heranzoomen von Punkten ist möglich.

Die Panoramen entstehen, indem Meyer von einem Punkt aus Fotos in alle Himmelsrichtungen macht und diese anschließend am Computer zusammenfügt.

Die Orte können sich um eine 360-Grad-Präsentation bewerben, Kosten entstehen nicht. „Die Finanzierung geschieht über Werbung auf der Camiview-Seite und durch Werbeeinnahmen über Google“, sagt Meyer. In dieser Hinsicht sieht es noch ziemlich übersichtlich aus. Meyers Erklärung: Die Camiview-Seite läuft neben dem Studium am Rande mit. Da ist es erstaunlich, dass er von Google angesprochen wurde, um in die Fotografenliste für den Spezialdienst „Google Business View“ aufgenommen zu werden. Meyer lehnte ab – mit der selbstbewussten Begründung, dass er qualitativ besser sei. Und schließlich strebt Meyer nach seinem Studienabschluss. 2016 könnte er vor der Frage stehen, mit Camiview richtig durchzustarten.