Das EvK spricht Türkisch

Das Evangelische Krankenhaus (EvK) an der Wiescherstraße setzt im Wettbewerb mit anderen Kliniken auf Einwanderer und ihre Familien. Das EvK veranstaltete erstmals ein Patientenseminar in türkischer Sprache – und berichtet von einem „großen Andrang“.

Von Gefäß- und Darmerkrankungen sind türkische Herner ebenso betroffen wie alle anderen. „Doch vor allem die ältere Generation hat aufgrund ihrer mangelnden Deutschkenntnisse deutliche Informationsdefizite“, sagt Melek Özen, Oberärztin der Klinik für Innere Medizin am EvK. Um diese Lücke zu schließen, lud sie gemeinsam mit Naibe Bitlisli, Oberärztin der Gefäßchirurgie, zu diesem türkischsprachigen Seminar ein. Titel: „Gesunde Lebensweise – bringt das etwas für die Gefäße und den Darm? Saglikli Yasam – Damar ve Bagirsak rahatsizliklarindaki etkisi?“ Nur die Begrüßung durch Dr. Andreas Leodolter, Chefarzt der Klinik für Innere Medizin, fand auf Deutsch statt. Den Rest des Nachmittags gestalteten Özen und Bitlisli in türkischer Sprache. Zunächst hielt die Gastroenterologin Özen einen Vortrag zur Darmkrebsvorsorge. Es sei ihr darauf angekommen, bei ihrer Zuhörerschaft den Blick für die Symptome zu schärfen und deutlich zu machen, wie wichtig ein frühzeitiger Arztbesuch ist. Gefäßchirurgin Naibe Bitlisli befasste sich in ihrem Vortrag mit den Fragen, wie man einer Verkalkung von Gefäßen vorbeugen kann und wie viel eine gesunde Ernährung und Bewegung zum Erhalt der Gesundheit beiträgt.

Die Kapelle des Evangelischen Krankenhauses war bis auf den letzten Platz gefüllt. Über die Vorträge hinaus nutzten einige Besucher an diesem Tag auch die Chance, in dem der Kapelle angeschlossenen muslimischen Gebetsraum ein Gebet zu sprechen.