Das Eis wird gebrochen
15.02.2012 | 14:57 Uhr 2012-02-15T14:57:00+0100
Herne. Nach fast einwöchiger Sperrung soll der Schiffsverkehr auf dem Rhein-Herne-Kanal am Donnerstag wieder anlaufen – zunächst mit einer „Einbahnstraßen-Regelung“. Um das zu bewerkstelligen, sind nun Eisbrecher unterwegs.
Nichts geht mehr auf dem Rhein-Herne Kanal: Seit Freitagabend ist der Wasserweg wegen der eisigen Temperaturen, die bis zum Wochenanfang herrschten, gesperrt. Am Donnerstag soll der Schiffsverkehr nun wieder anlaufen.
Noch blockiert eine stellenweise bis zu 40 Zentimeter dicke Eisschicht den Verkehr. Um dem Frost zu Leibe zu rücken, sind nun Eisbrecher unterwegs. Die Fahrzeuge würden dabei durch besonders starke Motorenkraft angetrieben, spezielles Bohrwerkzeug sei aber nicht im Spiel. „Das ist nicht wie am Nordmeer“, sagt Klaus Fähnrich vom Wasser- und Schifffahrtsamt Duisburg-Meiderich.
Dienstagnachmittag habe sich schon ein Eisbrecher in Höhe Castrop-Rauxel festgefahren, so Fähnrich weiter. „Viele, viele kleine Eisschollen“, erklärt Joachim Heinki, Schichtleiter im Schleusenbetriebsdienst Wanne-Eickel, „liegen übereinander und sind zusammengefroren.“ Das in der Eisschicht feststeckende Fahrzeug habe dann selbst von einem Eisbrecher aus seiner misslichen Lage befreit werden müssen. Trotz der aufwendigen Aufräumarbeiten ist man im Duisburger Amt zuversichtlich, dass der Kanal im Laufe des heutigen Vormittags eingeschränkt freigegeben werden kann. Dann soll ein so genannter Richtungsverkehr eingeführt werden. Dabei wird der Wasserweg zur Einbahnstraße; alle zwei bis drei Stunden gibt es einen Richtungswechsel.
Die Sperrung des Kanals, so Fähnrich, sei gerade auch auf wirtschaftlicher Ebene ungemütlich: Viele Betriebe könnten durch den Ausfall nicht beliefert werden. Dieser Umstand wird noch dadurch verstärkt, dass der Wesel-Datteln-Kanal ebenfalls gesperrt sei. „Die Eisbrecher sind den ganzen Tag im Einsatz. Wir sind sehr bemüht, den Betrieb wieder aufnehmen zu können“, so Fähnrich.
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