Das alte Herner Bergamt bekommt neues Leben eingehaucht

Das ehemalige Bergamt wird aus seinem Dornröschenschlaf erwachen.
Das ehemalige Bergamt wird aus seinem Dornröschenschlaf erwachen.
Foto: FUNKE Foto Services
Was wir bereits wissen
Das ehemalige Herner Bergamt wird in absehbarer Zeit zu neuem Leben erwachen. Eine private Investorin will dort Gewerbe und Wohnungen schaffen.

Herne..  Seit Jahren dämmert das ehemalige Bergamt an der Markgrafenstraße 8 in der Herner Innenstadt im Dornröschenschlaf. In absehbarer Zukunft wird es aber erwachen und zu neuer alter Schönheit finden. Eine private Investorin hat die Immobilie gekauft und will sie - unter dem Slogan „Königliches Wohnen im Bergrevier“ - sanieren.

Ilse Rech, Geschäftsführerin der Rech Düsseldorf GmbH, zeigte sich im Gespräch mit der WAZ-Redaktion davon überzeugt, dass man aus dem Gebäude, das zurzeit einen jämmerlichen Anblick bietet, etwas Schönes machen kann. Sowohl die Lage als auch die Räumlichkeiten reizten gerade dazu. Für das Erdgeschoss kann sich Rech eine gewerbliche Nutzung vorstellen, zum Beispiel eine Ärztepraxis oder eine Rechtsanwaltskanzlei. Im Obergeschoss könnten Wohnungen entstehen, unter dem Dach Penthouse-Wohnungen. Möglicherweise wird das Haus barrierefrei gestaltet, allerdings müssen noch einige wenige Details mit der Oberen Denkmalbehörde des LWL in Münster abgestimmt werden. Deshalb lässt sich auch noch keine genaue Aussage zu den Sanierungskosten und zum Beginn der Bauarbeiten machen. Der rückwärtige Anbau des denkmalgeschützten Hauses wird mit einem Glaskubus in die Gegenwart geholt. Die Planungen kommen vom Herner Architekturbüro „arch es“.

Stadt freut sich über Entwicklung

Achim Wixforth, Leiter der Fachbereichs Bauen bei der Stadt, freut sich über die Entwicklung. Es sei ganz toll, dass jemand den Wert des Gebäudes erkennt und die Renovierung mit viel Liebe zum Detail angeht. Dass das Haus jahrelang ungenutzt war und eine Art Odyssee hinter sich habe, habe dem Objekt nicht gut getan. Er habe immer gehofft, dass sich ein Investor für das ehemalige Bergamt findet, so Wixforth, doch man habe nicht unbedingt davon ausgehen können.

Haus sollte abgerissen werden

Mit dem Kauf und den Renovierungsplänen endet eine Geschichte mit manchen Irrungen und Wirrungen. Bereits 2006 wollte die Stadt das ehemalige Bergamt verkaufen, aus Kostengründen und um das Viertel zu entwickeln. Im Zuge des Neubaus des Finanzamtes sollte es nach den Plänen des Bau- und Liegenschaftsbetriebs abgerissen werden, doch die Obere Denkmalbehörde legte ihr Veto ein. Später verkaufte die Stadt die Immobilie an einen privaten Investor. Danach ging sie durch mehrere Hände, ehe Ilse Rech zugriff.

Vor dem jahrelangen Leerstand war das Ordnungsamt in dem Gebäude untergebracht. Zuvor hatten dort die Landeszentralbank und das Bergamt der Stadt Herne ihren Sitz.