Damen feiern 60 Jahre Kegelklub „Alle Neune“
25.02.2011 | 15:26 Uhr 2011-02-25T15:26:00+0100
Herne.60 Jahre Kegelclub „Alle Neune“: Die Damen des Vereins feiern mit Rouladen, Rotkohl und Himbeertorte das Jubiläum.
Zwei Schritte, ein Armschwung, und schon rummst es im „Treppchen“ am Stadtgarten ein bisschen. Mit viel Effet hat Brunhilde Zollingkoffer gerade ihre erste Kugel auf die Kegelbahn geschickt. Es wird nicht die letzte an diesem Abend sein, denn, wie die rüstige 81-Jährige festhält: „Wir sind hier nicht nur zum Reden, sondern auch zum Spielen.“ „Wir“, damit meint Zollingkoffer sich und ihre sechs Mitstreiterinnen zwischen 72 und 87 Jahren vom Frauen-Kegelclub „Alle Neune“. 1951 in Herne gegründet, feiert der Club diesen Sonntag sein 60-jähriges Bestehen.
Eine lange Zeit und dementsprechend ein Jubiläum, auf das sich die Kegelschwestern sehr freuen. „Rouladen, Rotkohl und Himbeertorte zur kleinen Feier sind bereits bestellt“, verrät Mieze Künsgen. Mit 87 Jahren ist sie nicht nur das älteste anwesende Mitglied des Clubs, sondern auch seine Gründerin. Dementsprechend viele Anekdoten weiß sie zu erzählen: von Karnevalsfeiern, selbstgedichteten Liedern, Tagesausflügen oder der monatlichen Kaffeerunde. Ebenfalls fester Bestandteil des Keglerinnen-Jahres: ein Heringsessen im Februar. Finanziert aus dem, was die Damen montags immer in ihre Spardose „spenden“. Jeweils fünf Cent für einen Wurf in die Gasse oder ein böses Wort.
Jeden Montag Treffen
Klare Regeln, über die Brunhilde Zollinghof als so genannte Kegelmutter wacht. Sie hält dem Club seit 55 Jahren die Treue: von den Anfängen im alten Kolpinghaus an der Neustraße, über den Umzug nach „Haus Koppenberg“ und 1995 dann ins „Treppchen“. Auch wenn Orte und Gesichter über die Jahre immer mal wieder gewechselt haben und die Bahnmiete teurer geworden ist - eines ist auf jeden Fall geblieben: die Treffen in der Gemeinschaft. Jede Woche wird gekegelt - und darauf ist man stolz: „Wenn es Sonntag langweilig ist, dann freuen wir uns auf den Montag.“
Auch wenn mal ein Zipperlein drückt, wird fleißig weitergespielt. Und wer mal nicht so gut kann, wird einfach abgeholt oder schaut zu. Selbst wenn jemand aussteigt, reißt der Kontakt nicht ab, man kümmert sich eben. So sind die Damen auch traurig, dass sie das Jubiläum ohne ihre älteste Kegelschwester feiern müssen. Die 92-Jährige liegt zurzeit im Krankenhaus , aber „Alle Neune“ denken an sie.
0mitdiskutieren