Container Terminal Herne will weiter wachsen

Kranführer André Banaszak bugsierte 2014 mehr
Kranführer André Banaszak bugsierte 2014 mehr
Foto: FUNKE Foto Services / Olaf Ziegler
Was wir bereits wissen
Der Container Terminal Herne ist zwei Jahre nach Inbetriebnahme der neuen Kräne auf Wachstumskurs. Die Zahl der Ladeeinheiten wuchs um zehn Prozent.

Herne..  Zwei Jahre nach der Einweihung der neuen Kräne und Schienenanlagen am Container Terminal Herne (CTH) zieht Geschäftsführer Patrick A. Wisotzky eine positive Bilanz.

Von 2013 auf 2014 habe man die Menge der Ladeeinheiten um zehn Prozent steigern können - auf rund 72 500 Einheiten. Allerdings: Im Jahr 2012 lag die Zahl der Ladeeinheiten noch bei 110 000. Grund für den zwischenzeitlichen Rückgang sei der Verlust eines Großkunden, erläuterte Wisotzky im Gespräch mit der WAZ-Redaktion.

Im laufenden Jahr wolle man in der gleichen Größenordnung wachsen wie 2014. Die ersten Schritte sind gemacht: So hat das Unternehmen TX Logistik (TXL), das mit seinen Güterzügen vom Westhafen aus verschiedene Ziele in Europa ansteuert, die Zahl der Abfahrten zwischen Herne und Malmö von sechs auf acht pro Woche erhöht. „Hält die Nachfrage unverändert an, sind weitere zusätzliche Abfahrten geplant“, sagte TXL-Geschäftsbereichsleiter Jörg Nowaczyk gegenüber dem Branchenorgan Verkehrsrundschau.

Das CTH habe ein Einzugsgebiet von etwa 100 Kilometern, aber auch aus den Benelux-Ländern, erläutert Christian Theis, Geschäftsführer der Muttergesellschaft WHE. Laut Theis will TXL Herne zu seiner europäischen Drehscheibe ausbauen. Darüber hinaus stehe man in Verhandlungen mit potenziellen neuen Kunden. Für neue Verbindungen seien Südosteuropa, Großbritannien oder Rotterdam interessant.

Das CTH baut dabei auf seine Besonderheit. Es ist auf sogenannte Sattelauflieger spezialisiert. Sie können direkt an Laderampen herangefahren werden. Allerdings können sie nicht gestapelt werden und sind etwas personalintensiver in der Verladung als Überseecontainer. Deshalb stehen sie an anderen Terminals nicht im Mittelpunkt der Arbeit.

Mit Spannung blickt man beim CTH auf eine technische Innovation. Bislang waren 80 Prozent aller Sattelauflieger statisch nicht geeignet, um per Kran auf Züge verladen zu werden. TXL hat nun eine Lösung entwickelt, die das ermöglicht. Auch am Westhafen kommt sie zum Einsatz. Wisotzky: „Das könnte ein neuer Markt werden, jede neue Ladeeinheit ist spannend.“

Gut möglich, dass die Steigerung der Leistung die Diskussion um die Verkehrs- und Feinstaubbelastung im Wanner Norden neu entfacht. Doch wenn die Sattelauflieger nicht am CTH auf die Schiene gebracht würden, führen sie komplett auf der Straße und würden entsprechend mehr Belastung verursachen, betont Theis. Der Transport per Schiene sei umweltverträglicher.

In diesem Zusammenhang verwies er erneut auf die Wettbewerbsverzerrung auf Grund der Tatsache, dass der Dortmunder Hafen - im Gegensatz zum Wanner - nicht Teil der Umweltzone ist.