Christian riss die Weiber in Herne von den Stühlen

Ein lecker Kerlchen, der hat Weiberfastnacht schnell gewonnen: Nummern-Boy Christian war (der allerschönste) Hahn im Korb im proppevollen Herner Kulturzentrum.
Ein lecker Kerlchen, der hat Weiberfastnacht schnell gewonnen: Nummern-Boy Christian war (der allerschönste) Hahn im Korb im proppevollen Herner Kulturzentrum.
Foto: FUNKE Foto Services / Olaf Ziegler
Bei der Damensitzung der HeKaGe zu Weiberfastnacht lagen sich die Besucherinnen in den Armen.Natürlich gab’s auch einen Nummernboy.

Herne..  Cowgirls, Matrosinnen und Piratinnen lagen sich in den Armen und schunkelten sich gemeinsam durch den Abend. Cowboys, Matrosen und Piraten suchte man vergebens – schließlich war Weiberfastnacht, und daher feierten bei der Damensitzung der 1. Herner Karnevalsgesellschaft (HeKaGe) am Donnerstagabend nur Frauen im Herner Kulturzentrum die jecken Stunden.

Die rund 400 bunt verkleideten Närrinnen feierten an zusammengestellten Tischen. Auf den Stühlen hielt es sie aber nicht immer. Spätestens, als Nummernboy Christian den nächsten Bühnenauftritt ankündigte, wurde getanzt und gejodelt, was das Zeug hielt. Klar: Er war schließlich Hahn im Korb (oder zumindest der allerschönste). Mal als Polizist, mal als Cowboy, mal mit dicker Silberkette – aber immer mit nacktem Oberkörper, versteht sich, – lief er tanzend durch die Reihen (und durfte sich auch mal am Bierchen einer Dame erfrischen).

Schwerer Stand für Landmetzger

Der Kölner Landmetzger hatte es da schon schwerer. Er kam mit kleiner Gitarre vor dem Metzgersbauch daher, die weiße Schürze über die Plauze gebunden. Mit bekannten Melodien, etwa von Reinhard May, berichtete er über seine prominenten Kunden wie Rainer Calmund oder Herbert Grönemeyer. Diesen parodierte er sogleich – und originalgetreu war der Text auch gleich nur schwer zu verstehen. Beim weiblichen Publikum konnte der Landmetzger nicht wirklich für Stimmung sorgen – drum wurde sein Programm vom allgemeinen Gemurmel im Saal gleich übertönt.

Zum Jodeln brachte die Damen da eher Büttenrednerin De Frau Kühne. Die Kabarettistin nahm erst mal ihren Gatten Ralf nebst Sohn Sven aufs Korn, dann sich selbst, als sie etwa von einer Veranstaltung berichtete, bei der Dosen für Chipsreste verkauft wurden: „Chipsreste? Was sind denn Chipsreste“, fragte sie in die Runde. „Da ist doch fast nichts drin in der Tüte“, stellte sie fest. Und sprach dabei offenbar so manchen Frauen aus der Seele, die ihr lachend beipflichteten.

Wonneproppen traten auf

Auftritte der Wonneproppen der HeKaGe, des Kölner Trompeters Bruce Capusta oder Show- und Gardetänze von den Westerwaldsternen, Magic Unity oder der KG Grün Weiß Siegburg rundeten das bunte Karnevalsprogramm ab. Klassiker wie „Schenk mir dein ganzes Herz“ durften für die gute Stimmung natürlich nicht fehlen.

Nicht nur bei den Närrinnen kam die Show gut an, auch die HeKaGe, die 1. Herner Karnevalsgesellschaft, war mit dem Abend zufrieden. „Die Damensitzung hat sich in den letzten Jahren so gut rumgesprochen, dass wir beinahe ausverkauft waren“, freute sich Chef-Karnevalist Klaus Mahne. Cowgirl, Matrosin und Piratin schunkelten da weiter um die Wette.

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