Christian Hirdes erfreut bei Hülsmann mit Sprachspielereien

Christian Hirdes  in die Kulturbrauerei Hülsmann.
Christian Hirdes in die Kulturbrauerei Hülsmann.
Foto: FUNKE Foto Services
Was wir bereits wissen
Ein Mann und sein Wort zum Montag: Der Bochumer Kabarettist Christian Hirdes überzeugte bei seinem Gastspiel in der Kulturbrauerei in Eickel.

Herne..  Die Reaktion des Publikums war eindeutig – der Mann darf wiederkommen. Der Applaus ebbte nicht up. Ähh, ab.

Der 40-Jährige ist ein Freund der leisen Unterhaltung, was nichts mit Langeweile zu tun hat, sondern mit genauem Hinhören. Sein Programm ist wie maßgeschneidert für ein nicht mehr ganz junges Publikum mit funktionierendem Langzeitgedächtnis, das über Lehramts-Studenten im 16. Semester lachen kann, über Brettspiele mit den lieben Kleinen, die beim Mensch-ärgere-Dich-nicht ihr Terrorismuspotenzial offenba-ren, über peinliche Errungenschaften wie Bausparverträge und den App-Depp, der die technische Entwicklung verschlafen hat.

Christian Hirdes tritt auf als Liedermacher und Kabarettist, vor allem aber als Wortakrobat: Dieser unbeholfene Titel – als ob der Inhaber zwischen Vokal und Konsonant zum Spagat ansetzte! – kennzeichnet unbestritten seine Königsdisziplin. Einige Gäste im gut besuchten Keller der Kulturbrauerei Hülsmann outen sich voller Vorfreude als angereiste Hirdes-Fans, wenn der Mann auf der Bühne seine Stücke ankündigt und tief Luft holt für Lautmalerei, Sprachspiele und frisch angerichteten Silbensalat, der auf der Zunge zergeht.

Die scheinbar sinnlose Sprachschöpfung „Tudiwo-diwa“ entpuppt sich als präzise Handlungsanweisung für übergriffige Kinder im Supermarkt, und „Lisa sah Li“ und „Tsu sah Lisa zu“ bieten hübsche Beispiele für chinesisch-deutsche Begegnungen, sprachlich choreographiert von Christian Hirdes. Er ist sich auch nicht zu fein für Adele in Steele und Röschen ohne Höschen, und das Publikum gerät aus dem Häuschen. Soviel Unsinn muss manchmal sein.

Hirdes wurde mehrfach mit Preisen ausgezeichnet. Der Bühnen-Profi hebt sich eines seiner schönsten Lieder für die Zugabe auf: Eine Parodie auf Herbert Grönemeyer, der Hilfe sucht beim Logopäden. Hirdes läuft nuschelnd zur Höchstform auf, und die Zuhörer sind hingerissen.