Christian Ankowitschs lehrreiche Lesung in Herne

Christian Ankowitsch in der Alten Druckerei. „Warum Einstein niemals Socken trug“ war - wie sein Buch - sein humorvoller Vortrag überschrieben.
Christian Ankowitsch in der Alten Druckerei. „Warum Einstein niemals Socken trug“ war - wie sein Buch - sein humorvoller Vortrag überschrieben.
Foto: Fischer
Was wir bereits wissen
Christian Ankowitsch präsentierte in der Alten Druckerei Unterhaltsames aus seinem Buch „Warum Einstein niemals Socken trug“.

Herne..  Es war ein lehrreicher Abend in der Alten Druckerei, der die Zuhörer für viele Lebenslagen gewappnet haben dürfte. Sie wissen nun: Wenn sie schlecht drauf sind, sollten sie lächeln, und wenn Leistungen erwartet werden, den weißen Arztkittel anziehen. Was ihnen der Journalist und Buchautor Christian Ankowitsch nahebrachte, verblüffte und amüsierte gleichermaßen. Nur eine Antwort blieb der Gast ihnen schuldig: „Warum Einstein niemals Socken trug“.

Dabei ist genau das der Titel seines im Januar erschienen Buches. Dieses hatte Ankowitsch gar nicht erst mitgebracht, stattdessen nur ein paar Karteikarten. Dass er 1959 in der Nähe von Wien geboren ist, trägt insofern zur Sache bei, als dass der Autor und Moderator des ORF-Literaturmagazins „les.art“ seinen österreichischen Akzent in Berlin nicht verloren hat, was seine ohnehin charmante Art unterstreicht.

Sein Thema ist die Körperintelligenz oder „Wie scheinbar Nebensächliches unser Denken beeinflusst“. Nun ist Christian Ankowitsch von Haus aus Historiker und Kunsthistoriker. Und so stützen sich seine Erklärungen auf Versuche und Studien, die Hirnforscher und andere Wissenschaftler angestellt haben. Der Journalist versteht es, deren Ergebnisse frisch und unterhaltsam zu präsentieren, selbst wenn sie nicht alle brandneu sind.

Bekannt sein mag etwa, dass Bilder ebenso abgespeichert werden wie Gerüche, Gefühle oder ein Geschmack – Erinnerungen als „Konglomerat unterschiedlicher Sinneseindrücke“. Wird einer dieser Eindrücke reaktiviert, ist die ganze Situation wieder präsent. Schon spektakulärer ist die Tatsache, dass Botox in der Stirn nicht nur die Sorgenfalten mildert, sondern auch die Sorgen, wie im übrigen auch das Trampolinspringen. Oder dass sehr weiche Matratzen zu mentalen Ausfallserscheinungen führen. Was bewirken einladende oder abwehrende Gesten? Was bedeutet ein Kopfnicken des Gesprächspartners? Nach so einem Vortrag ist man schlauer, auch wenn einem am Ende der Kopf schwirrt. Hätte Ankowitsch nicht ohnehin das Publikum auf seiner Seite gehabt, hätte ein warmes Getränk in der Hand der Zuschauer geholfen. Das stimmt nämlich das Gegenüber positiv. Weil es Wärme mit guten Gefühlen assoziiert.