Chefin im eigenen Bezirk

In ihrem Beruf muss SchornsteinfegermeisterinKatja Panner
In ihrem Beruf muss SchornsteinfegermeisterinKatja Panner
Foto: Ralph Bodemer
Was wir bereits wissen
Katja Panner führt einen eigenen Schornsteinfeger-Betrieb gemeinsam mit ihrem Vater. Die 30-jährige Meisterin betreut 2000 Objekte.

Herne..  Katja Panner hat von ihrem Arbeitsplatz aus eine wunderbare Aussicht. Bis zur Halde Hoheward, der Fußballarena auf Schalke oder zum nahe gelegenen Steag-Werk kann man von dem siebenstöckigen Haus aus blicken, auf dem sie gerade die Kehrleine durch den Schornstein gezogen hat. Katja Panner ist Schornsteinfegermeisterin in Eickel und dort für ihren eigenen Bezirk zuständig. Rund 2000 Objekte betreut sie.

Die 30-Jährige führt den Betrieb gemeinsam mit ihrem Vater und ist nun schon seit zehn Jahren als Schornsteinfegerin tätig. „Als ich damals anfing, war es schwierig als Frau in meinem Beruf eine Anstellung zu finden“, erinnert sich Panner. Für viele Arbeitgeber hätten typische Klischees, wie etwa, dass eine Frau nicht so wie ein Mann anpacken könne, im Vordergrund gestanden. Diese Zeiten hätten sich zwar geändert, aber: „Ich habe mich mit der Zeit selbst durchgeboxt“, sagt die Meisterin. So sitzt sie im Prüfungsausschuss für Gesellen und hat nebenbei noch einen Minijob beim Zentralverband der deutschen Schornsteinfeger. Als Bildungsreferentin der Bezirksgruppe Arnsberg ist sie unter anderem dafür zuständig, Gesellen auf die Prüfungen vorzubereiten. Dies tut sie tagtäglich auch in ihrem Unternehmen, in dem sie einen eigenen Auszubildenden beschäftigt.

Beruf erfordert viel Verantwortung

Sie selbst ist seit ihrer Kindheit vom Beruf des Schornsteinfegers begeistert: „Ich bin schon jedem Schornsteinfeger hinterhergelaufen, als meine Mama mich morgens zum Kindergarten gebracht hat“, sagt Panner. Später wollte sie eigentlich Hotelfachfrau werden. „Dafür war aber mein Englisch zu schlecht“, lacht sie. Nach einem Praktikum bei einem Schornsteinfeger stand ihre Entscheidung ohnehin fest. „Schornsteinfeger ist heute mein absoluter Traumberuf. Man ist ständig mit seinen Kunden in Kontakt, immer an der frischen Luft und aber auch im Büro tätig. Das ist eine tolle Mischung“, sagt die 30-Jährige. Mit ihrer Aufgabe ist allerdings auch viel Verantwortung verbunden. „Ich hab manchmal schon schlaflose Nächte“, gibt Panner zu. Schließlich übernehme sie als Schornsteinfegerin die Verantwortung, wenn etwa ein Dachstuhl in Brand gerate, weil sie etwas übersehen hat.

Als Glücksbringerin wird Panner heute noch gesehen. „Ich muss oft Hände drücken, mir an den Jackenknöpfen spielen oder über die Schulter spucken lassen“, sagt die junge Schornsteinfegerin.

In ihrem Kehrbezirk ist sie vielen Bewohnern bekannt. „Manche Kunden bereiten mir sogar Frühstück oder Mittagessen vor, wenn ich komme. Es haben sich schon einige Freundschaften ergeben“, sagt Panner.