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Busse und Räder mit Rückenwind

18.08.2008 | 19:06 Uhr
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Hohe Spritpreise sorgen mit für ein Umdenken und -steigen. Zweiradhändler freut sich über ein Umsatzplus von bis zu acht Prozent. Und auch bei der HCR steigen die Verkaufszahlen der Abonnements

Frank Korte: "Spritpreise sind auffallend häufig Thema beim Verkaufsgespräch." Foto: WAZ

Der Spritpreis galoppiert. 1,50 Euro für den Liter, mal mehr, mal etwas weniger, ist an Tankstellen zu bezahlen. Die Alternativen für genervte Autofahrer beim Blick ins Portemonnaie: Umsteigen in den Bus oder aufs Rad.

"Der Zuwachs ist da", erfuhr die WAZ beim Bundesverband des Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Clubs (ADFC) in Bremen. Verkehrsreferent Wilhelm Hörmann: "Der Anteil des Fahrrades am Verkehr ist auf neun Prozent gestiegen. Das heißt, dass neun Prozent aller Bundesbürger mit ihrem Zweirad zur Arbeit, zur Schule oder zum Einkauf fahren." Vor allem der Weg zur Arbeit wird gerne radelnd zurückgelegt. "Da gibt es zum Beispiel in Niedersachsen Zuwächse von 28 Prozent", so Hörmann.

Und Herne: "Den Trend kann ich bestätigen", freut sich Frank Korte. Beim Zweiradhändler von der unteren Bahnhofstraße verzeichnet man in diesem Jahr beim Verkauf von City- oder Tourenrädern bisher ein Plus von bis zu acht Prozent. Allerdings lassen sich die Kunden bei ihren Beweggründen, ein Rad zu kaufen, nicht nur über die Spritpreise aus. Korte: "Klar, das ist in aller Munde, die hohen Preise für Benzin und Diesel sind auffallend häufig ein Thema beim Verkaufsgespräch. Aber direkt sagt es kaum einer, dass er jetzt für das neue Rad seinen Zweitwagen abgeben wird." Die Gesundheit, das Abspecken, das Schonen der Umwelt seien weitere Faktoren, die für den Rückenwind in der Zweiradindustrie sorgen. Selbst trampeln will aber nicht jeder, wie der Markt für Elektrofahrräder zeigt. Dieser hat sich in den letzten drei Jahren vervierfacht, "vor allem in der Käuferschicht 50plus", so Frank Korte, der die Räder mit Elektromotor als den Markt der Zukunft bewertet.

Und die zweite Alternative zum Auto, der Bus? "Auch wir profitieren mit Sicherheit von den hohen Spritpreisen", glaubt Dirk Rogalla, Sprecher der Straßenbahn Herne-Castrop-Rauxel GmbH (HCR).

Spürbar sei dies im ersten Halbjahr 2008 beim Verkauf der Abonnements gewesen, der um drei Prozent zulegte (Vergleich zum Juni 2007). Vor allem das "YoungTicketPlus" des Nahverkehrsunternehmens erfreut sich nach eigenen Angaben steigender Beliebtheit (plus 13 Prozent). Insgesamt hätten zurzeit ca. 16 500 Kunden ein "Abo" bei der HCR. Im Vergleich mit den Verkehrsunternehmen aus den Nachbarstädten "stehen wir damit hier in Herne ganz gut da, denn im gesamten Bereich des VRR liegen wir auf einem Uefa-Cup-Platz."

Von Jochen Schübel

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