BUND startet Sonntagsexkursion ins grüne Horsthausen

Frühlingsexkursion durch die Holper-Heide.
Frühlingsexkursion durch die Holper-Heide.
Foto: Funke Foto Services
Was wir bereits wissen
Hiltrud Buddemeier führte die Wanderer durch die Holper Heide. Der Ausflug endete auf dem jüdischen Friedhof.

Herne..  Hurra, der Frühling ist da! Grund genug für die meisten, einen ersten Ausflug ins Freie zu unternehmen. Bei Sonnenschein lässt sich eben doch besser etwas für die Gesundheit tun. Aber das stand gar nicht unbedingt im Fokus der Wanderung durch die Holper Heide am Sonntagvormittag. Unter dem Motto „Frühblüher, Obstwiesen und Kleingärten in Horsthausen“ veranstaltete die Herner Kreisgruppe des Bundes für Umwelt und Naturschutz (BUND) in Kooperation mit der Volkshochschule eine Exkursion ins tiefste Grün Horsthausens.

Gleich zu Beginn hob Hiltrud Buddemeier, Leiterin der Kreisgruppe und Führerin durch die Anlagen, hervor, dass „die Holper Heide an sich nur noch im Namen existiert“. Von der ehemaligen Heide seien der Natur heute ca. 50 Hektar Landschaftsschutzgebiet erhalten geblieben. Dieses bestehe zum größten Teil aus Kleingartenanlagen und landwirtschaftlichen Flächen. Darunter ist auch eine Obstwiese, die mit 180 Bäumen die größte ihrer Art in Herne darstellt und zur positiven Überraschung vieler Teilnehmer sogar öffentlich und somit für jedermann zugänglich ist.

Und auch sonst springen den Spaziergängern zur Zeit der Blüte die frischsten Farben und Formen ins Auge. Bäume blühen. Von Äpfeln, Birnen und Kirschen bis hin zu Beeren, Kräutern und Nüssen - dass all das in der Holper Heide zu finden ist, ist den wenigsten bewusst. Da pflückten einige Naturliebhaber sofort selbst einige Kräuter und holten sich bei Buddemeier Ratschläge über deren Verwendung in Quark und Salat.

Für Buddemeier bedeutet die Exkursion jedoch viel mehr als nur Kochtipps und -tricks weiterzugeben: Vier Mal jährlich organisiert sie Wanderungen durch verschiedenste Gebiete unserer Stadt, um die Heimatkunde der Herner zu fördern. „Man muss schließlich wissen, wo man ist. Und wie schön Herne doch ist!“, erklärt sie. Dass auch der Naturschutzgedanke gestärkt werden soll, liegt auf der Hand.

Auch historische Aspekte wurden nicht außen vor gelassen. So erfuhr man beispielsweise, dass früher die Emscher durch die Holper Heide hindurch geflossen ist oder dass am Rhein-Herne-Kanal einst eine „Lagune“ angelegt wurde, die so sehr an den Süden erinnerte, dass die Tiere, für die der Ort gedacht war, von Badegästen vertrieben wurden. Heute habe sich dieser Ansturm aber gelegt und Frösche, Fische und Schwäne seien wieder darin zu finden.

Einen intensiven Abschluss setzte der Veranstaltung eine Begehung des jüdischen Friedhofs, der an das Gebiet angrenzt. Ein Ort von massivem historischem Wert, ist er doch schon auf Landkarten aus dem Jahr 1888 eingezeichnet und hat während der Weltkriege keine Zerstörungen davongetragen. Gespannt lauschten die Besucher also dem SPD-Ratsherrn Hendryk Banski, einem polnischen Juden, der jüdische Rituale und Details des Friedhofs erklärte und am Ende zu einer positiven Bilanz der Teilnehmer beisteuerte.