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Hochwasser

Bürger beklagen nasse Keller

23.10.2012 | 14:56 Uhr
Bürger beklagen nasse Keller
An der Burg, Burgstraße und Jägerstraße (hier ein Ausschnitt), laufen regelmäßig die Keller voll, sagen Anwohner.Foto: Hans Blossey

Wanne-Eickel.   Bürger in Eickel kämpfen gegen Hochwasser: Seit drei Jahren laufen im Gebiet An der Burg, Burgstraße und Jägerstraße in jedem Jahr die Keller voll.

Das sagt Jürgen Frech, Sprecher der Anwohner. Mehrere Dutzend Häuser seien betroffen. Die Stadtentwässerung Herne (SEH) hat reagiert: Sie hat rund 150 Bürger für Donnerstag schriftlich zu einer Informationsveranstaltung eingeladen.

Zum Hintergrund: 30 Jahre lang sei Hochwasser in Eickel kein Problem gewesen, sagt Frech, erst seit 2009 sei es regelmäßig nass in den Häusern. Die Anwohner wollten nun wissen: „Woran liegt das? Welche Risiken sind hinzugekommen? Wie kann man ihnen begegnen?“

In der Einladung an die Bürger gibt die Stadtentwässerung Herne bereits eine Antwort. Rückstau von Regenwasser im öffentlichen Kanalnetz könne jederzeit durch extreme Niederschläge, Betriebsstörungen oder Bauarbeiten an der Kanalisation entstehen, heißt es in dem Brief. Und: Nach den geltenden technischen Regelwerken sei Rückstau im laufenden Betrieb nicht zu vermeiden. Mehr noch: Laut Entwässerungssatzung seien Grundstückseigentümer verpflichtet, sich mit einem Rückstauschutz zu sichern. Wie Rückstau entsteht und wie man Gebäude davor schütze kann, das will die Stadtentwässerung Herne bei der Informationsveranstaltung im Sud- und Treberhaus (18 Uhr) mitteilen.

Dem Anwohnersprecher Jürgen Frech reicht das nicht. Eigentümer hätten Pflichten, die Stadt aber auch: „Nur auf die Satzung und den Einbau von Rückstauventilen zu verweisen, reicht nicht.“ Die Kosten für den Einbau von Rückstauventilen betrügen mehrere tausend Euro, selbst Kosten von mehr als 10 000 Euro wären da keine Seltenheit. Im Vergleich dazu, so Frech, seien die Kosten für den geplanten „Kanal-TÜV“ von 300 bis 500 Euro niedrig.

Eigentum verpflichtet

Die Keller trocken zu legen, sei eine enorme körperliche Belastung, wirbt Anwohner-Sprecher Frech um Hilfe der Kommune. Dazu seien viele ältere Menschen kaum noch in der Lage: „Die meisten haben inzwischen regelrecht Angst, wenn es stark regnet.“ Hinzu komme, dass ein feuchter Keller die gesamte Bausubstanz des Hauses dauerhaft schädige.

Angelika Kurzawa, Sprecherin der Stadtentwässerung, sieht keinen Handlungsbedarf. „Eigentum verpflichtet“, sagt sie. Im Übrigen: Der SEH sei nur ein Fall in der Stadt bekannt, in dem ein Keller vollgelaufen sei – und zwar im Juli, Grund sei ein „Niederschlags-Jahrhundert-Ereignis“. Um sich davor zu schützen, müsse der besagte Rückstauschutz her.

Michael Muscheid

Kommentare
23.10.2012
16:42
Bürger beklagen nasse Keller
von HotteHansSchuhschreck | #4

Was ist dem mit dem Jungfernweg oder anderen Stichstraßen? Wann waren die letzten Tiefbauamt und SEH-Aktivitäten in diesem Gebiet?

In Herne werden...
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2012-10-23 14:56
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