„Breakletics“ wird nicht nur in Herne immer beliebter

Marcel Gebhard, besser bekannt als „Speedy“, trainiert die Breakletics-Gruppe an der Dorstener Straße. Er ist Profi-Breakdancer.Foto:Ralph Bodemer
Marcel Gebhard, besser bekannt als „Speedy“, trainiert die Breakletics-Gruppe an der Dorstener Straße. Er ist Profi-Breakdancer.Foto:Ralph Bodemer
Was wir bereits wissen
  • Der Herner Peter Sowinski hat ein neues Fitness-Workout zusammengestellt
  • Es ist ein Mix aus Sport und Breakdance
  • Neben dem Training im „pottporus“-Haus zeigen Videos im Netz, wie es geht

Herne..  Es zieht in den Beinen, im Bauch und an Körperstellen, von denen man bislang gar nicht wusste, dass es sie überhaupt gibt. Grund dafür ist ein Workout, das es so bislang noch gar nicht gab und das einen sofort in den Bann zieht – sofern man dazu bereit ist, sich zu bewegen: Breakletics, eine Sportart, geboren in Herne, die immer beliebter wird. Im Ruhrgebiet, in Berlin – sogar in der Türkei werden mittlerweile Breakletics-Kurse angeboten.

Die Idee zur Mischung aus Breakdance und Workout hatte der Herner Peter Sowinski, in der Breaker-Szene besser bekannt als „Petair“. Die Deutsche Meisterschaft gewann er im Jahr 2011/2012 mit seiner Gruppe „Reckless“ und ist ständig auf der Suche nach neuen Bewegungen, die alles sein dürfen – nur nicht monoton. Reckless-Kollege und Mitbegründer von Breakletics, Samim Quraischi, erinnert sich an die Anfänge seines Kollegen: „Peter hat so ziemlich jede Sportart ausprobiert – und für langweilig befunden“, so der Geschäftsführer.

Körpergefühl wecken

Doch zum Glück ist Peter Sowinski bekannt für seine Kreativität, und so stellte der heute 29-Jährige ein alltagstaugliches Fitness-Workout zusammen, in dem sich Elemente aus dem Breakdance wiederfinden. „Anstrengend, aber für jedermann machbar“, so Samim Quraischi. Er betont: „Breakletics ist kreativer als andere Sportarten. Es geht hier nicht nur darum, Kraft und Ausdauer aufzubauen. Wir wollen ein Körpergefühl erwecken, in dem Rhythmus, Koordination und Gleichgewicht gefragt sind.“ Peter Sowinski stellte seine Videos zu Beginn ins Internet: auf youtube, facebook – und fand dort schnell immer mehr Fans. Die Leute machten die Übungen nach und stellten ihre Ergebnisse ebenfalls in Netz. „Da dachten wir uns, dass wir mehr daraus machen müssen“, so Breakdancer Quraischi.

Aus einzelnen Übungen wurde letztlich ein kompletter Breakletics-Kurs, gut strukturiert und mit eigener Musikproduktion. Ein komplett neuer Trailer wurde ins Netz gestellt– inklusive einem Workout, unterteilt in Anfänger und Profilevel. Wer mag, kann ab sofort vor dem Computer seinen Körper stählen (siehe Infokasten). Wer lieber Gesellschaft beim Schwitzen hat, kann einmal pro Woche bei „pottporus“ an der Dorstener Straße die Breakletics-Kurse von Marcel Gebhard, besser bekannt als „Speedy“, besuchen. Der Profi-Breakdancer machte seinen Trainerschein in diesem Jahr und ist begeistert von Breakletics: „Es hilft mir einfach dabei, fit zu bleiben.“

Fitness für jede Generation

Tatsächlich sollte Breakletics ein gewisses Maß an Bewegungsfreude mitgebracht werden. Zweiflern sei aber versichert: Kopfstände mit wilden Drehungen, wie bei den Breakdancern üblich, sind nicht im Programm eingebaut. Vielmehr geht es darum, den kompletten Körper zu definieren. Peter Sowinski lebt mittlerweile in Berlin und gibt dort seine Breakletics-Kurse. Sein größter Fan ist längst seine Mutter. Die 60-Järhgie trainiert täglich von zuhause aus. Ein Sport eben für jede Generation.