Botschafter für Herne werben in New York für ihre Heimat

Vorm Gemälde von US-Präsident George Washington und hinter der Herne-Fahne mit der Unterschrift von „Mayor Frank Dudda“: Helga Minderjahn vom Plattduetschen Volksfest Vereen (2.v.li.) in New York mit  Bernd und Jeannette Kaffanke.
Vorm Gemälde von US-Präsident George Washington und hinter der Herne-Fahne mit der Unterschrift von „Mayor Frank Dudda“: Helga Minderjahn vom Plattduetschen Volksfest Vereen (2.v.li.) in New York mit Bernd und Jeannette Kaffanke.
Foto: Verein
Bernd und Jeannette Kaffanke haben beim Plattduetschen Vereen in New York für Herne und die Cranger Kirmes geworben.

Herne..  Die „Botschafter“ Hernes sind inzwischen wieder zurück aus New York: Beim mehrere Tausend Mitglieder zählenden „Plattduetschen Volksfest Vereen“ haben Bernd und Jeannette Kaffanke die Werbetrommel für ihre Heimatstadt und die Cranger Kirmes gerührt.

Ob daraus aber – wie erhofft – Gegenbesuche von US-Amerikanern mit deutschen Wurzeln oder gar regelmäßige Kontakte zwischen New York und Herne sowie dem Ruhrgebiet erwachsen können, steht allerdings zurzeit in den Sternen.

Wie berichtet, waren Bernd und Jeannette Kaffanke in die USA gereist, um als Stiefschwiegersohn und Stieftochter eine Abschiedsrede für Volksfest-Vereen-Präsidentin Helga Minderjahn (73) zu halten. „Es ist üblich, dass jemand aus der Familie das übernimmt“, sagt Bernd Kaffanke (51).

Unüblich ist allerdings der Aufwand, den das Herner Ehepaar mit Unterstützung des SPD-Stadtverordneten Roberto Gentilini für die Laudatio auf die 73-Jährige bei der Gala des Plattduetschen Vereens betrieben haben. Die Kaffankes überreichten der gebürtigen Münchenerin Helga Minderjahn im feierlichen Rahmen eine Herne-Fahne mit der Unterschrift von „Mayor Frank Dudda“, eine Cranger-Kirmes-Flagge, eine NRW-Fahne mit der Unterschrift von Ex-Minister Franz Müntefering sowie ein Buch über Nordrhein-Westfalen mit einem Autogramm von Ministerpräsidentin Hannelore Kraft.Und auch die Herner WAZ war auf der Abschiedsfeier sehr präsent: „Ich habe an die Gäste Kopien des Vorberichts der WAZ über unsere Reise nach New York verteilt“, erzählt Bernd Kaffanke.

Bei der Gelegenheit warb er auch bei den US-Amerikanern für Reisen nach Herne und einen Besuch der Cranger Kirmes. Bernd Kaffankes Angebot: Er lädt die ersten fünf Paare, die nach Herne kommen, zur Cranger Kirmes ein.

US-Besuch mit Schülern

Ob es so weit kommen wird, ist derzeit aber wohl eher unwahrscheinlich. US-Medienberichte über die Flüchtlingssituation in Deutschland und insbesondere die Übergriffe in der Silvesternacht in Köln hätten erschütternde Folgen: „Ich bin gefragt worden, ob man in Deutschland überhaupt noch sicher sei“, erzählt Bernd Kaffanke. In den USA sei offenbar der Eindruck entstanden, dass man in deutschen Städten nicht mehr unbehelligt über die Straße gehen könne.Eine Familie habe sogar ihre Reise nach Deutschland storniert: „Was ist das für ein Medienbild, das hier transportiert wird?“, fragt sich Bernd Kaffanke.

Mit Karl Josef Schleußner hat jüngst noch ein weiterer Herner Kontakt zum Plattduetschen Vereen aufgenommen. Der SPD-Bezirksverordnete weilte in seiner Eigenschaft als ehrenamtlicher Mitarbeiter der Organisation Partnership International mit 15 Schülern für dreieinhalb Wochen in New York. Auf Vermittlung des Genossen Gentilini tauschte er sich zuvor auch mit Helga Minderjahn aus, um zu erörtern, ob es in irgendeiner Form Begegnungen mit dem Volksfest Vereen geben könnte. Das scheiterte allerdings schon aus organisatorischen Gründen: „Mit öffentlichen Verkehrsmitteln wäre der Verein für uns kaum erreichbar gewesen“, so Schleußner.