Blaulichtgewitter bei Katastrophenschutzübung in Herne

Die Opferdarsteller bei der Katastrophenschutzübung in Wanne spielten ihre Rollen sehr authentisch.
Die Opferdarsteller bei der Katastrophenschutzübung in Wanne spielten ihre Rollen sehr authentisch.
Foto: WAZ-FotoPool
Was wir bereits wissen
Eine große Katastrophenschutzübung hielt am Freitag die Ferwehren aus Herne und Bochum sowie Hilfsorganisationen auf Trab. 450 Einsatzkräfte und 150 Opferdarsteller waren im Einsatz. Die erste Bilanz ist positiv.

Herne.. So viel Blaulicht hat Herne wohl seit langem nicht mehr gesehen. Am Freitagabend rasten ab kurz vor 20 Uhr insgesamt rund 100 Einsatzfahrzeuge der Bochumer und Herner Feuerwehren sowie mehrerer Hilfsorganisationen durch Herne. Ihr Ziel: der alte Güterbahnhof in Wanne. Der Alarmruf: ein Fernzug ist aufgrund eines umgefallenen Baumes auf den Schienen verunglückt, einige der 150 Insassen schwer verletzt, viele durch den Unfall traumatisiert. Die gute Nachricht: Grund zur Sorge bestand zu keiner Zeit weder für die rund 450 Rettungskräfte noch für die Zugpassagiere. Es handelte sich bei dem Ereignis um eine geplante Katastrophenschutzübung.

Marco Diesing, Mitglied der Berufsfeuerwehr Herne beschreibt das Szenario der Simulation, die die Handlungsfähigkeit der Rettungs- und Hilfskräfte der Region auf die Probe stellen sollte: „Der Fernzug ist trotz Notbremsung in den Baum auf den Gleisen gefahren. Durch den Aufprall kam es zu einem Ruck durch den Zug, es gibt knapp 30 Verletzte.“ Sie müssen medizinisch versorgt werden. Die übrigen Fahrgäste gilt es zu versorgen. Sämtliche Helfer sollen von dem Probealarm überrascht werden, um der Situation Authentizität zu verleihen.

Nach der Alarmierung der Leitstellen passiert Vieles rasch nacheinander und parallel. Während die ersten Rettungskräfte die bereits gegen die Zugscheiben schlagenden Fahrgäste beruhigen und ihrer körperlichen Verfassung nach versorgen, bauen weitere wenig später Zelte für die Krankenversorgung auf. Wiederum andere errichten ein Notlager in der Gesamtschule an der Stöckstraße, stellen 100 Feldbetten auf und organisieren die Verpflegung der in Herne Gestrandeten.

Erstes Fazit ist positiv

Die Katastrophenschutzübung dauerte bis in die späten Abendstunden. Beteiligt waren unter anderem Helfer der freiwilligen und hauptamtlichen Feuerwehren aus Herne und Bochum, des Technischen Hilfswerks, des Deutschen Roten Kreuzes, der Johanniter und Malteser, des Arbeiter-Samariter-Bund sowie zwanzig Notfallseelsorger. Ein erstes kurzes Fazit formulierte Katharina Timm, stellvertretende Leiterin der Berufsfeuerwehr Herne am Freitagabend während sich die Simulation in der Endphase befand. „Ich bin sehr zufrieden“, sagte sie, „Es hat genauso gut geklappt wie bei einer echten Alarmierung und bisher läuft es super.“