Bis jetzt in Herne 160 Tonnen Streusalz verbraucht

Sofort startklar: die Winterdienstfahrzeuge von Entsorgung Herne.
Sofort startklar: die Winterdienstfahrzeuge von Entsorgung Herne.
Foto: WAZ FotoPool
Was wir bereits wissen
Zehnmal musste der Winterdienst von Entsorgung Herne bis jetzt ausrücken. Gefrierende Restfeuchtigkeit auf den Straßen bereitet die größten Probleme.

Herne..  Auch wenn der Winter sich mit seinen unangenehmen Begleiterscheinungen bislang weitgehend zurückgehalten hat - der Winterdienst von Entsorgung Herne musste inzwischen zehnmal ausrücken, um Straßen, Geh- und Radwege zu streuen (Stand gestern Nachmittag). „Der erste Einsatz war am zweiten Weihnachtstag fällig“, sagt Udo Sobieski, stellvertretender Winterdienstleiter bei Entsorgung Herne. Danach waren die acht Teams an fast jedem Tag unterwegs, um für Sicherheit auf den Straßen zu sorgen. Probleme bereitete nicht der kurzzeitige Schneefall am 27. Dezember, sondern vielmehr die Restfeuchtigkeit auf den Straßen, die in den Morgenstunden vereisten.

Deshalb rücke die „Kontrollmannschaft“ von Entsorgung Herne generell um 4 Uhr aus, um zu sehen, ob gestreut werden muss, schildert Sobieski. Dabei nehmen sie Stellen, an denen sich als erstes Eis bildet, ins Visier. Dazu gehören die Waldstraße und sämtliche Brücken.

Alle zwei Stunden erhält Entsorgung Herne von einem Wetterdienst die aktuellen Daten, auch zur Fahrbahntemperatur. So kann sich der Winterdienst rechtzeitig auf eventuelle Einsätze einstellen. Vom 1. Dezember bis Ende Februar gelte für die Mitarbeiter des Winterdienstes eine allgemeine Rufbereitschaft, berichtet Sobieski: „Wir können dann sofort auf die Mannschaften zurückgreifen.“

Debakel im Winter 2010/’11

Pro Einsatz sind 16 Tonnen Salz, gestreut worden - bis jetzt insgesamt also 160 Tonnen. Das ist zwar eine Menge - aber nur ein kleiner Teil dessen, was Entsorgung Herne bevorratet hat. Das ist eine Konsequenz aus den Erfahrungen des Winter 2009/2010 und besonders des Winters 2010/’11, als NRW in Schnee und Eis versank, den Städten die Streumittel ausgegangen waren und von nirgendwo mehr nachgeliefert werden konnte. „So was wollen wir nicht noch einmal erleben“, sagt Udo Sobieski. Entsorgung Herne hat deshalb im Herbst 2011 mit den Städten Bochum und Recklinghausen in Recklinghausen eine riesige Halle angemietet, wo gut 3000 Tonnen Salz lagern - 500 Tonnen davon für die Emscherstadt. Auf dem eigenen Gelände am Betriebshof an der Südstraße sind durch den Bau großer Silos Lagerkapazitäten für weitere 500 Tonnen entstanden, auf dem Geländen von Müntefering an der Hafenstraße werden zusätzlich noch weitere 300 Tonnen bevorratet. „Wir bestellen außerdem sofort nach, was wir verbraucht haben“, sagt Sobieski. Eine Tonne Salz schlage zurzeit mit 74,50 Euro zu Buche.

In Herner dürfen auch Bürger Salz streuen

In Herne wird generell nur noch Feuchtsalz „in marktgängiger Lösung und Konzentration gestreut“, so Sobieski. Verschiedene Untersuchungen hätten ergeben, dass die Gesamtökobilanz dafür vier- bis fünfmal besser sei als für Granulat, das aus Umweltgründen früher auch eingesetzt wurde. Aber Granulat sei zum einen mit Schwermetallen belastet und müsse deshalb auch auf Sondermülldeponien entsorgt werden. Zum anderen verstopfe es Gullis, beschädige Kanalrohre und den Belag von Straßen, Geh- und Radwegen. Außerdem müsse es nach der Wintersaison wieder eingesammelt werden, was zu Staubbelastungen führe.

Auch Bürger dürfen in Herne seit 2010 die Gehwege vor ihrem Haus bei Vereisungsgefahr wieder mit Salz streuen. „Unsere Satzung“, so Sobieski, „erlaubt das grundsätzlich.“ Die Stadt habe damit die allgemeine Verunsicherung bei den Bürgern ausräumen wollen. Eine wirklich vernünftige Alternative gebe es nicht: „Es gibt nichts Unschädliches.“