Bienen in Herne überlebten fast alle den Winter

Der Vorsitzende des Imkervereins Ferdinand Laufenberg  auf dem Bauernhof Heiermann an der Gerther Straße in Herne
Der Vorsitzende des Imkervereins Ferdinand Laufenberg auf dem Bauernhof Heiermann an der Gerther Straße in Herne
Foto: Haenisch / Funke Foto Services
Imker in Herne bekamen das Sterben der Insekten gut in den Griff. Dank des Einsatzes von Ameisensäure blieben die Bienen weitestgehend von einem unliebsamen Parasiten, der Varroamilbe veschont.

Herne..  Gold glänzt der Honig im Sonnenschein, die Bienen summen laut und Ferdinand Laufenberg, erster Vorsitzender des Imkervereins, blickt endlich wieder zufrieden in die Zukunft. Ruhig war es geworden bei den Imkern, ein böser Parasit hatte den Insekten in den vergangnen Jahren schwer zu schaffen gemacht: Die Varroamilbe. Über die Hälfte der Bienen starb, die Honigproduktion sank rapide.

Nur zehn Prozent Verlust

Den unliebsamen Milben konnte in diesem Winter endlich der Garaus gemacht werden. Wie? „Mit Ameisensäure“, so der Experte. Natürlich werden bei diesem Prozess keine Ameisen in die Bienenvölker gelegt, die vor Ort munter ihre ätzende Flüssigkeit verteilen. „Gespritzt wird die chemisch hergestellte Substanz Ende Juli und Anfang August mittels einer Sprühflasche.“ Anschließend muss die Flüssigkeit verdunsten. Dann beginnt die Honigproduktion für die aktuelle Saison. Nachgearbeitet wird nochmals im Dezember, mittels Oxalsäure. Das Ergebnis zeigt sich im Frühling.

Mit dem diesjährigen Resultat sind sicherlich alle Imker mehr als zufrieden. „Glücklicherweise liegt der Verlust der Bienen in Herne in diesem Jahr nur bei durchschnittlich zehn Prozent“, so der Vorsitzende. In manchen Regionen sterben bis zu 25 Prozent der Völker“, weiß der Experte. Eine Zahl, die sich natürlich auch in der Honigproduktion widerspiegelt.

2000 Eier pro Tag

Im Schnitt produziert jedes Volk 25 bis 30 Kilogramm Honig. In Herne gibt es derzeit 400 Völker in insgesamt 69 Imkereien. Die Produktion liegt somit bei rund zehn Tonnen. „Ein Verlust von zehn Prozent ist da zu verkraften“, sagt Ferdinand Laufenberg. Anders sah das noch vor drei Jahren aus. „Da lag der Prozentsatz bei 60, doch das ist ja nun vorbei“, so Ferdinand Laufenberg und zeigt glücklich eine Wabe mit emsigen Bienchen. Sie alle haben diesen Winter dank des Einsatzes der Ameisensäure gut überlebt und erfreulicherweise kommt hinzu: Mehrere hundert Eier hat jede Königin bislang gelegt und somit für eine gute Prognose für die Saison gesorgt. So richtig in Fahrt kommt das Bienenoberhaupt in den Monaten Mai und Juni. „Da legt die Königin bis zu 2000 Eier pro Tag“, so der Imker. Die Brut schlüpft nach 21 Tagen. Das bedeutet: Ab Juni arbeiten bis zu 50 000 Bienen pro Volk fleißig an der Honigproduktion.

Surrende Insekten

Bei 3000 bis 6000 Honigbienen pro Volk vermag man sich die Geräuschkulisse der surrenden Insekten kaum vorstellen. Dem Verbraucher wird das Treiben der Bienen wohl recht sein, denn: Wer weiß es nicht? Honig ist gesund.