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Bezirksregierung läutet in Herne Ende der Notunterkünfte ein

15.03.2016 | 20:12 Uhr
Bezirksregierung läutet in Herne Ende der Notunterkünfte ein
Auch TV-Teams fanden den Weg in die Sporthalle der Gesamtschule Wanne-Eickel zum Pressetermin der Bezirksregierung: (v.r.) Regierungspräsidentin Diana Ewert, OB Frank Dudda, Sozialdezernent Johannes Chudziak.Foto: Rainer Raffalski

Herne.   Die Regierungspräsidentin hat in der Sporthalle Stöckstraße das Ende der Notunterkünfte eingeläutet. Eine vorzeitige Räumung wird es aber nicht geben.

Am 21. Juli 2014 war dem Herner Sozialdezernenten der Kragen geplatzt. „Das Land wälzt das Chaos auf uns ab“, sagte Johannes Chudziak, nachdem die Bezirksregierung Arnsberg die Stadt angewiesen hatte, innerhalb von sechs Stunden eine Notunterkunft für 100 Flüchtlinge zu schaffen. Am Dienstag, also gut 20 Monate nach diesem Vorfall, läuteten Stadt und Bezirksregierung in Harmonie das Ende der letzten fünf von Herne fürs Land errichteten Notunterkünfte ein.

Regierungspräsidentin Diana Ewert hatte in die zurzeit noch von 29 Flüchtlingen bewohnte Turnhalle der Gesamtschule Wanne-Eickel eingeladen. Ein symbolträchtiger Ort, denn hier hatte die Stadt im September 2014 „in Amtshilfe“, übersetzt: auf Weisung des Landes erstmals Asylbewerber untergebracht.

Worte des Dankes stellte die frühere Bochumer Polizeipräsidentin Ewert in den Vordergrund: Dem anwesenden OB Frank Dudda dankte sie für die gute Zusammenarbeit, Schulen und Sportvereinen für ihr Verständnis und Ehrenamtlern für die „tolle“ Unterstützung.

Lob für Hernes „gutes Beispiel“

„Auch durch die Unterbringung in Turnhallen konnten wir dafür sorgen, dass kein Flüchtling obdachlos wurde“, so Ewert. Herne sei ein gutes Beispiel und stehe hier stellvertretend für andere Städte. Zur Erinnerung: In Hochzeiten hatte Herner bis zu 780 Notunterkunftsplätze fürs Land eingerichtet.

Von einem „Tag der Erleichterung“ für Vereine und Schulen sprach der OB. Es sei für die Stadt eine „Frage der Solidarität“ gewesen zu helfen: „Das hat der Stadt auch viel Kraft gegeben und uns gezeigt, was wir leisten können.“ Die Zusammenarbeit habe sich Schritt für Schritt verbessert. „Wir sind alle an der Situation gewachsen“, so Sozialdezernent Johannes Chudziak.

Antrag im Rat gescheitert

Eine anfängliche Überforderung der Bezirksregierung wollte Ewert, die persönlich erst am 1. September ihre Stelle angetreten hat, auf Anfrage nicht eingestehen. Und die Tatsache, dass drei neue Landeseinrichtungen mit rund 3000 Plätzen in Herne und im Kreis Recklinghausen seit vielen Wochen fast leer stehen, während gleichzeitig Turnhallen noch immer als Notunterkünfte genutzt werden, verteidigte sie ausdrücklich. Der Druck sei groß gewesen. Aufgrund der unklaren Situation seien Unterkünfte „auf Vorrat“ eingerichtet worden, um direkt reagieren zu können.

Wie berichtet, werden zum 31. März neben der Sporthalle Stöckstraße auch die Hallen an der Flottmann- und Steinstraße leer gezogen. Zum 30. April ist die Realschule Sodingen, zum 31. Mai das Pestalozzi-Gymnasium an der Reihe. Ein Antrag der Grünen, auch diese beiden Hallen vorzeitig zu räumen, scheiterte Dienstagabend im Rat.

War’s das mit Notunterkünften in Turnhallen? „Ich kann nichts ausschließen“, sagte Frank Dudda. Zurzeit „profitiere“ Deutschland davon, dass die Grenzen geschlossen seien. „Eine endgültige europäische Lösung ist aber nicht in Sicht.“

Die aktuellen Belegungszahlen

In den von der Stadt fürs Land eingerichteten und betriebenen Notunterkünftgen sind aktuell insgesamt 350 Plätze belegt. In den Unterkünften in den Turnhallen Flottmannstraße und Steinstraße lebt kein Flüchtling mehr. In der Halle Realschule Sodingen wohnen 61 Flüchtlinge, in der Halle Pestalozzi-Gymnasium 17 Flüchtlinge. Die Janosch-Schule bewohnen aktuell 149 und die Görresschule 94 Asylbewerber.

In der vom Land betriebenen Großunterkunft Dorstener Straße sind nur 207 von 1000 Plätzen belegt.

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Kommentare
16.03.2016
11:59
Bezirksregierung läutet in Herne Ende der Notunterkünfte ein
von TvE-Dechant | #1

Die Anzahl der Flüchtlinge scheint wohl deutlich unter den Erwartungen zu liegen.

Es ist bemerkenswert, wie "einfach" es sich unser...
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2016-03-15 20:12
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