Bewegte Wellen
02.09.2010 | 16:58 Uhr 2010-09-02T16:58:00+0200
Herne.Mit der Ausstellung „WasserFarbe“ laden die Flottmann-Hallen und die Städtische Galerie am Samstag zum vierten und letzten Teil ihres Projektes „liquid area“ ein.
In den Flottmann-Hallen empfangen den Besucher zwei große raumgreifende Installationen. Paul Baartmans lässt Neonröhren in unterschiedlichen Höhen über dem Boden schweben. Sie leuchten in einem unbestimmten Rhythmus farbig auf. Weiße, blaue und rote Lichter schaffen so eine Art Wellenbewegung. Es ist eine unendliche, sich immer wiederholende Bewegung. „Man soll meine Arbeit ,Big Wave’ annehmen, so wie man sie wahrnimmt“, sagt Paul Baartmans selbst.
Rettungsinsel
Christian Hasucha hat eine große künstliche Rettungsinsel aus Kunstrasen gebaut, auf der sich Lebensmittel, Camping-Utensilien, Wasserkanister und Getränke finden. Die Besucher sollen durchaus den künstlichen Hügel ersteigen. Am Rande können sie dann Platz nehmen, um auf die Bilder aus einfachen Farben zu gucken, die sich doppelreihig an den Wänden befinden. Aus Zeitungsausschnitten mit Fotos von Hochwasserkatastrophen hat Hasucha die Farbe des Wassers ermittelt, die seinen Bildern die Farben geben.
In der Städtischen Galerie hat sich Ike Vogt mit der „Rückseite des Wassers“ beschäftigt. Farbige Fahnen mit Augen und Texten, kleine Videos und eine große Videoprojektion sind über die unteren Räume verteilt. Die einzelnen Teile ihrer Arbeit schließen sich erst beim Durchgang durch die Räume zusammen. Die Augen tauchen als pupillenartige Formen in den Videos wieder auf. Die Texte der Fahnen werden zu tränenartigen Formen, die ihrerseits durch die Texte der Videoprojektion kommentiert werden.
In der oberen Etage entführt Erich Füllgrabe in ein „Oberwasserlabor“. In einer Art erdachter Wissenschaft hat er Versuchsaufbauten geschaffen, die sich naturwissenschaftlichen Phänomenen wie der „Schönverfärbung“ oder der „Leerwassergewinnung“ widmen. Tafeln mit erläuternden Texten stellen den Zusammenhang zwischen den Versuchsanordnungen her.
Stoßen bei Flottmann zwei sehr verschiedene künstlerische Konzepte vielleicht ein wenig schroff aufeinander, ergänzen sich in der Städtischen Galerie sehr poetische Arbeiten mit fast wissenschaftlichen Experimenten. Wie schon in den vorangegangenen Ausstellung, ist der Besucher sehr gefragt, die thematische Klammer zu ergründen.
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