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Besuch bei "Kirmesgesicht" Luisa Feige

24.07.2012 | 14:14 Uhr
Besuch bei "Kirmesgesicht" Luisa Feige
Auf Crange (fast) zu Hause: Luisa Feige daheim mit „ihrem“ Kirmesplakate an der Tür.

Wanne-Eickel.   Luisa Feige aus Wanne-Eickel ist überall im Ruhrgebiet auf den Plakaten für die Cranger Kirmes zu sehen. Schelmisch und mit wehendem Haar lacht die Schülerin vom offiziellen Kirmesplakat. Beim Fotoshooting hatte sie sichtlich Spaß. Modeln will sie später aber nicht. Ein Besuch beim „Kirmesgesicht“.

Sie lacht. Das tut sie gerne. Dafür braucht sie keine Kamera. „So ist sie, die Luisa“, sagt Mama Kerstin Feige. Ihre Tochter ist das Gesicht der Cranger Kirmes 2012. Seit Wochen tut sie das, was sie so gut kann, von Haus- und Plakatwänden in Herne, Wanne und im gesamten Ruhrgebiet: Schelmisch und mit wehendem Haar lacht die Schülerin des Pestalozzi-Gymnasiums vom offiziellen Kirmesplakat.

Luisa ist ein alter Hase, mit Crange kennt sie sich aus. Ihre Familie ist „Kirmes-bekloppt“. Das mit der „Beklopptheit“ war so formuliert auch in Luisas Bewerbung zu lesen, die die Feiges vor über einem Jahr beim Stadtmarketing abgegeben haben, um aufs Plakat zu kommen. Aufmerksam gemacht auf die Kindergesichter-Suche hatte die Feiges Luisas Tante, die beim Aufruf des Stadtmarketings sofort an ihre Nichten dachte. Luisas Schwester Annika war mit 13 Jahren schon zu alt, Luisa passte perfekt in die Alterspanne von sechs bis zwölf Jahren. Mit ihren jetzt elf sieht die Vogel- und Kaninchenbesitzerin auch noch sehr jung aus. „Das war ein Vorteil“, glaubt Kerstin Feige. Ihre Tochter war zunächst nur eine von 147 Kandidaten – so viele hatten sich für die Aktion beworben. 14 kamen in die engere Auswahl. Und die mussten dann zum Probe-Shooting auf fremdem Territorium antreten: Auf der Sterkrader Frohnleichnam-Kirmes. „Sehr ungerne“ sei man da mitgefahren, grinst Mutter Kerstin.

Arbeit und Spaß

Für Luisa war das Fotoshooting Arbeit und Spaß gleichermaßen – immerhin durfte sie vor der Linse von Fotograf Sebastian Niehoff auf allen möglichem Fahrgeschäften posieren. Vollkommen umsonst, versteht sich. Eigentlich ist das mit Preisen auf der Kirmes ja trotz Zuckerwatte kein Zuckerschlecken: „Für Crange kriegen wir extra Geld von Oma. Das gibt’s eigentlich nur beim Zeugnis oder für den Urlaub“, erzählt Schwester Annika. Um authentische Bilder zu bekommen, gab’s die Zuckerwatte beim Shooting noch oben drauf. Auch Konventionen wurden gerne über Bord geworfen: „Wir sollten die Zunge rausstecken und ein bisschen verrückt sein“, erzählt Luisa grinsend.

Aber nicht, dass der gemeine Wanne-Eickeler jetzt auf falsche Gedanken kommt: Es hat noch ein zweites Shooting mit sieben verbliebenen Kindern gegeben – auf Crange natürlich. Hier ist dann ja auch das Plakat-Foto entstanden. „Alles andere wäre ja undenkbar gewesen. Das hat das Stadtmarketing auch unbedingt so gewollt“, sagt Mutter Kerstin, für die Crange Pflicht ist, weil „man da einfach alle trifft, auch alte Schulfreunde, die heute in Hamburg oder in der Türkei leben“. Für Crange nehme man sich frei.

Einladung vom Oberbürgermeister

Als Luisa am Telefon erfuhr, dass ihr Bild genommen würde, hat sie „erst mal fast den Boden eingehauen“. So hoch ist sie vor Freude gesprungen. Mit den zweiten Gewinnern Leonie Herrmann, die auf dem Schlemmerpass zu sehen ist, und dem Fahrpass-Gesicht Louis Farah darf sie am Finaltag übrigens noch einmal umsonst fahren und schlemmen. Der OB lädt sie ein.

Model möchte Luisa übrigens nicht werden. „Bloß nicht“, ist die einhellige Meinung im Wanne-Eickeler Hause Feige. Vielleicht eher Tänzerin. Immerhin tanzt Luisa gerne zu den neuesten Top 100-Musikvideos nach. Oder doch lieber Turnerin. Im nächsten Jahr turnt sie nämlich in der Landesliga. Für die Cranger Kirmes aber würde die elfjährige immer wieder – ganz professionell – ins Fahrgeschäft steigen.

Antonia Röder


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