Beim Sherwood BSC in Herne liegt die Kraft in der Ruhe

Noch lächelt Laura Konieczny. Doch nach der Trainingsstunde mit Schießsportleiter Markus Lange schwirrte ihr der Kopf.
Noch lächelt Laura Konieczny. Doch nach der Trainingsstunde mit Schießsportleiter Markus Lange schwirrte ihr der Kopf.
Foto: Barbara Zabka
Was wir bereits wissen
Robin Hood, Wilhelm Tell - in Filmen sieht Bogenschießen einfach aus. Fand auch unsere Mitarbeiterin - und verlor beim Selbstversuch fast die Geduld.

Herne.. „Überspann den Bogen nicht“, hat meine Mutter manchmal mit mir geschimpft, wenn ich als Kind zu frech war. Dass es für mich zur Herausforderung werden könnte, den Bogen in Ansätzen überhaupt korrekt zu spannen, hätte ich damals nie gedacht. Dann wagte ich den Selbstversuch im Bogenschießen beim Sherwood BSC auf dem Sportplatz am Pantringshof...

„Wir fangen ganz einfach an“, ermutigt mich Schießsportleiter Markus Lange, schiebt aber gleich hinterher: „Richtige Trainingserfolge sieht man erst nach etwa einem halben Jahr.“ Ob das was für mich ist? Schließlich war ich schon immer etwas ungeduldig. Ich gebe dem Sport eine Chance. Schließlich finden 40 aktive Vereinsmitglieder ja auch Spaß daran.

Markus lässt mich an seiner Hand ziehen und meine Arme ausstrecken. So kann er eine angemessen flexible Sehne, Bogen und ausreichend lange Pfeile für mich aussuchen. Außerdem Teil des Starterpakets: Brust- und Armschutz, ein Tab zum Schutz meiner Fingerkuppen sowie ein Köcher. Brauchte Robin Hood im Film eigentlich auch so viel Equipment?

Korrekte Körperhaltung ist wichtig

Weiter geht’s. Während meine Trainingskollegen bereits fleißig Pfeile durch die Luft schießen, erklärt mir Markus die korrekte Körperhaltung: die linke Hand hält den Bogen, die rechte den Pfeil. Die Schultern bilden eine Linie, der rechte Arm ist ausgestreckt, der andere wird möglichst parallel zum Boden gebeugt. Der Oberköper ist um zehn Grad nach vorn geneigt – für den festen Stand. Mir schwirrt der Kopf.

In meiner Vorstellung ging Bogenschießen so: Pfeil einspannen, zielen, loslassen, fertig. Falsch gedacht. Nach Trockenübungen und unzähligen Haltungskorrekturen darf ich die ersten drei Pfeile abschießen. Einer geht drüber, einer drunter, der dritte ins Schwarze – aber nur, weil der Untergrund der Scheibe schwarz ist. Einen farbigen Papierbogen hat Markus für mich als blutige Anfängerin gar nicht erst aufgesteckt... Zusammen mit den anderen Schützen sammle ich die Pfeile wieder ein. „Wir schießen alle gleichzeitig und holen die Pfeile nur, wenn niemand mehr am Bogen ist“, sagt Markus. „Safety first.“

Pfeile landen wenigstens auf der Zielscheibe

Meine nächsten Schussversuche treffen fast durchweg die Zielscheibe. „Versuch’, immer den gleichen Punkt zu treffen“, weist Markus an. Ich gebe mir größte Mühe – und scheitere. Mal stimmt die Körperhaltung nicht, mal verzerre ich die Sehne. Der Bogen wiegt schwerer als erwartet. Ich bin etwas frustriert: nur geringe Erfolge, und während des Trainings waren kaum Verbesserungen festzustellen. Spaß hatte ich trotzdem beim Selbstversuch. Schließlich zählt der gute Wille.