Bei Reisebuchungen ist der Sicherungsschein wichtig

Flusskreuzfahrten liegen im Trend. Doch das Unternehmen „Nicko Cruises“ musste Regelinsolvenz beantragen, zum Leidwesen der Reisenden.
Flusskreuzfahrten liegen im Trend. Doch das Unternehmen „Nicko Cruises“ musste Regelinsolvenz beantragen, zum Leidwesen der Reisenden.
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Was wir bereits wissen
Bei Reisen ist der Sicherungsschein wichtig. Darauf weist die Verbraucherzentrale hin. Anlass: die Insolvenz eines Flusskreuzfahrt-Anbieters.

Herne..  Sommerzeit - Reisezeit. Auch Annette und Klaus Spießhöfer aus Wanne-Eickel hatten für den Juli feste Pläne gemacht: eine Flusskreuzfahrt von Passau nach Budapest und wieder zurück nach Passau. Doch das Ehepaar wird die Landschaft entlang der Donau nicht genießen. Der Grund: Veranstalter „Nicko Cruises“ hat ein Regelinsolvenzverfahren angemeldet.

Deshalb haben Spießhöfers ihre Reise storniert. „Wir werden die Reise nicht antreten, das Risiko war uns zu groß“, so Annette Spießhöfer im Gespräch mit der WAZ-Redaktion. Zwar müssen sie nun - neben der Anzahlung - auch Stornogebühren zahlen. Doch dies sei immer noch besser als den vollen Reisepreis zu überweisen und am Ende keine Gegenleistung zu erhalten.

Auf die Tatsache, dass sie im Besitz des Reisesicherungsschein sind, wollten sich Spießhöfers nicht verlassen. Auch wenn „Nicko Cruises“ in einer Information auf seiner Internetseite darauf hinweist dass die von Kunden getätigten Zahlungen über die Reisesicherungsscheine abgedeckt sind.

In diesem Zusammenhang verweist Veronika Zoller, Leiterin der Verbraucherzentrale Herne, auf die hohe Bedeutung der Sicherungsscheine bei der Buchung von Reisen. Mache ein Reiseveranstalter pleite, sei er verpflichtet, den bereits gezahlten Preis für ausfallende Leistungen und die notwendigen Aufwendungen für die Rückreise zu erstatten, wenn die Reisenden schon am Urlaubsort sind.

Als Nachweis, dass sich das Reiseunternehmen für den Fall des Konkurses abgesichert hat, erhalten die Kunden vor Urlaubsbeginn den sogenannten Sicherungsschein.

Zoller weist darauf hin, dass der Veranstalter vor Aushändigung des Sicherungsscheins keine Anzahlung verlangen darf. Dieses Dokument muss auf der Rückseite der Reisebestätigung abgedruckt oder an sie angeheftet sein. Es gibt Auskunft darüber, welche Bank die Bürgschaft hat oder welche Versicherung im Falle des Konkurses zahlt. An die auf dem Dokument angegebene Adresse muss man sich wenden, wenn der Veranstalter pleite geht. Und: Das Datum des Sicherungsscheins sollte im gebuchten Reisezeitraum liegen.

Im Falle von Nicko-Cruises rät Zoller dazu, die Informationen des Unternehmens tagesaktuell zu beobachten. Nicko-Cruises wurde 1992 als Veranstalter für Russland-Reisen gegründet und ist nach eigener Aussage entsprechend hart von der aktuellen politischen Krise in der Ost-Ukraine betroffen. Die Buchungen seien deshalb stark rückläufig. Man arbeite an der Fortsetzung des Geschäftsbetriebs.