Behindertensportler wehren sich gegen Parkverbot in Herne

Die Mitglieder der Behindertensportgemeinschaft Herne dürfen weiterhin auf einem Schulhof parken.
Die Mitglieder der Behindertensportgemeinschaft Herne dürfen weiterhin auf einem Schulhof parken.
Foto: FUNKE Foto Services
Was wir bereits wissen
Das von CDU und SPD verlangte Parkverbot auf Schulhöfen sorgt für Unmut bei der Behindertensportgemeinschaft. Manche Räume seien nicht zu erreichen.

Herne.. Die Absicht, das Parken auf Schulhöfen zu verbieten, hat Sorge bei der Behindertensportgemeinschaft Herne (BSG) ausgelöst.

Hintergrund: CDU und SPD haben einen Antrag für den Schulausschuss gestellt, der das Parken auf Schulhöfen verbieten soll. Noch bevor dieser Antrag beraten und diskutiert werden konnte, erreichte Bettina Szelag, Vorsitzende des Beirates für die Belange von Menschen mit Behinderungen und stellvertretende Vorsitzende der CDU-Fraktion im Herner Rat, ein besorgtes Schreiben der BSG. Die Geschäftsführerin der BSG äußert darin ihre Bedenken, dass ein Parkverbot die Sportmöglichkeiten der BSG-Mitglieder nicht nur einschränken sondern sogar vollständig verhindern könnte.

Parkverbot hätte Existenz der BSG bedroht

Grund: Damit die BSG die von ihr genutzten Sporträume an der Grundschule Forellstraße überhaupt erreichen kann, bleibt den Mitgliedern gar keine andere Möglichkeit, als mit Autos auf den Schulhof zu fahren und natürlich - dort zu parken. Die Behindertensportler sind stark gehbehindert und können den weiten Weg zur Straße und den dort vorhandenen Parkplätzen nicht bewältigen.

„Für diese und ähnlich gelagerte Nutzungen eines Schulhofes müssen selbstverständlich Ausnahmen gelten“, so Bettina Szelag in einer Stellungnahme. „Grundsätzlich ist ein Schulhof auch nach Schulschluss kein Park-, sondern ein Spielplatz, der Kindern als geschützter und vertrauter Raum zur Verfügung stehen soll“. Das Beispiel der BSG zeige, dass es - wie fast immer - keine Regel ohne Ausnahme gebe. Das gute Miteinander der Menschen mit Behinderungen und der Grundschule müsse auch zukünftig respektiert werden und möglich bleiben.

Die Behinderten-Sport-Gemeinschaft feiert in diesem Jahr ihr 60-jähriges Bestehen. Das angestrebte Parkverbot auf Schulhöfen wird jedoch als Existenzbedrohung angesehen. „Diese Sorge ist unberechtigt “, so Szelag. „Nach Rücksprache mit meinen Kollegen, die den Antrag im Schulausschuss stellen, wird während der Sportzeiten der BSG niemand mit einem Behinderten-Parkausweis des Schulhofes an der Forellstraße verwiesen werden.“