Begrüßung in ganz vielen Sprachen

Die Kunst-AG der Freiherr-vom-Stein-Schule erarbeitete mit dem Künstler Torsten Kropp ein Wandgemälde.
Die Kunst-AG der Freiherr-vom-Stein-Schule erarbeitete mit dem Künstler Torsten Kropp ein Wandgemälde.
Foto: MARTIN KERSTAN FOTOGRAFIE / FUNK
Ein Kunstpädagoge und Kinder übersetzten „Willkommen“ undschrieben es an die Wand des Foyers der Freiherr-vom-Stein-Grundschule.

Herne..  „Lernen, lachen und Spaß haben können wir nur dort, wo wir freundlich miteinander umgehen“: So steht es in der Schulordnung der Freiherr-vom-Stein-Grundschule in Wanne-Süd. Neuerdings sehen Schüler, Lehrer und Besucher schon im Eingangsbereich, dass es dort besonders freundlich zugeht. Denn Ankömmlinge werden in Sprachen fast aller Herren Länder begrüßt, genauer gesagt in 23.

Pakistanisch, holländisch, türkisch oder italienisch: Weil die Schüler aus allen Ländern kommen – und so ist es auch im Schulkonzept ausdrücklich erwünscht – sollen sie entsprechend empfangen werden. Klar, dazu müssen sie natürlich zuerst einmal lesen lernen.

Torsten Kropp hat sich das Projekt ausgedacht. Der Kunstpädagoge, der auch an der Jugendkunstschule arbeitet, betreut die Kinder nach dem Unterricht im Offenen Ganztag und traf bei den Mädchen und Jungen der Klassen eins bis vier auf Begeisterung. Die Idee wurde zuerst einmal auf einem Blatt Papier skizziert, bevor die vielsprachige Begrüßung auf der Wand des Foyers landete.

Das war leichter gesagt als getan. Was heißt „willkommen“ beispielsweise auf arabisch – und wie wird es auf arabisch geschrieben? Der zehnjährige Badar hilft weiter: „Willkommen heißt ‘áhlan wa-sáhlan“. Schließlich kommt Badar aus Marokko und Spanien, spricht aber schon sehr gutes deutsch. „Es ist erstaunlich, wie schnell die Kinder unsere Sprache lernen, oft kann man sich schon nach ein paar Wochen mit ihnen verständigen“, freut sich Rektorin Angela Partner. Ein bedeutender Teil der Mädchen und Jungen an ihrer Schule haben ausländische Wurzeln, darunter sind auch viele aus ihrer Heimat geflohen. Die kleine Silva beispielsweise, die zwar herzergreifend beteuert, sie sei Deutsche, aber Eltern hat, die aus dem kurdischen Teil Syriens stammen. Aber woher soll man das als Siebenjährige überhaupt so genau wissen? Ist das überhaupt wichtig?

An der Freiherr-vom-Stein-Schule hat man den Eindruck, dass Herkunft nur eine untergeordnete Rolle spielt. Alle kommen irgendwo her, und alle wohnen jetzt in Herne. Das scheint die Hauptsache zu sein. Die Rektorin lobt das Interesse vor allem syrischer Eltern am Schulleben. „Viele nehmen mit uns Kontakt auf, obwohl sie manchmal noch kein Wort deutsch sprechen können.“

Mit ganzem Herzen dabei waren die Schüler, auch Greta, die aus Spanien stammt („bienvenido“) und Roberto, dessen Mutter aus Sao Paulo in Brasilien kommt. Dort wird bekanntlich portugiesisch gesprochen. „Bem vindo“, muss es also heißen.