Befreundete Bands inspirieren sich gegenseitig

Blackstone Edge und Metamorphosis in der Flottmankneipe.
Blackstone Edge und Metamorphosis in der Flottmankneipe.
Foto: FUNKE Foto Services
Was wir bereits wissen
Blackstone Edge und Metamorphosis feiern ihre langjährige Freundschaft bei einem stimmungsvollen Konzert in der Flottmann-Kneipe.

Herne..  Gut, dass die improvisierte Bühne in der Flottmann-Kneipe an diesem Samstagabend so breit ist. Es gibt somit keine Platzprobleme, als sich die zwölf Musiker der befreundeten Bands „Metamorphosis“ und „Blackstone Edge“ am späten Abend schließlich zusammentun, um ihren „Celebration Song“ gemeinsam zu performen.

Vor 20 Jahren hatte es den ersten Kontakt gegeben zwischen den Herner Musikern von Metamorphosis und denen aus der englischen Partnerstadt Wakefield – zwei Bands, die in ihren Stilen ganz unterschiedlich sind, sich aber gegenseitig inspirieren. Eine Zusammenarbeit, die nun vorläufig in dieser gewaltigen Ballade gipfelt.

Saunagleiche Temperaturen

Schon vor Konzertbeginn ist es warm in der Kneipe. Die Musiker genießen noch bis kurz vor Auftritt ein kühles Bier draußen, bevor es dann in den „Hexenkessel“ geht. Blackstone Edge machen den Anfang und heizen einfach mal weiter ein. Irische-schottische Volksweisen im Rockmantel bestimmen die Songs der Gruppe.

Die tänzerischen und mitreißenden Weisen von Geigerin Sarah Horn sind tatsächlich Mittelpunkt der Gruppe und nicht nur schmückendes Beiwerk. Das macht die Musik interessant und besonders. Die fünf englischen Musiker können nicht nur einheizen und das Publikum zum Mitklatschen animieren, sondern die Zuschauer auch abkühlen: mit einer Amsterdam-Ballade und nordisch-kühlem Fidelton. Mal eine Querflöte, dann wieder ein Instrumentalstück, bevor Sänger Jon Kershaw wieder mit seiner angenehmen Stimme einsetzt. Blackstone Edge bleiben überraschend und abwechslungsreich.

Die Begeisterung springt von der Bühne auf die Zuschauer über. Ein letztes Mal spielen sich die Briten in Ektase, dann sind auch schon Metamorphosis an der Reihe. Die haben es nicht leicht, nach diesem perfekten Start und bei mittlerweile saunagleichen Temperaturen. Die erfahrene Herner Band um den Gitarristen Bernd Schwarz kann zwar nicht mit derselben volkstümlichen Spielfreude, dafür aber mit noch mehr Varianten in der Klanggestaltung aufwarten.

Zu siebt stehen sie auf der Bühne. Sängerin Anja Habijan gelingt es, das Publikum immer wieder einzubinden. Stimmungshöhepunkt ist wohl der Mitsing-Shanty „Ho“, aber auch zwei spanisch angehauchte Songs, in die Rolf Buchwalds Congaspiel bestens hineinpasst, kommen gut an. Peter Königs Saxofon-Soli dröhnen durch die Kneipe. Die Gitarre von Bernd Schwarz klingt dreckig, die Soli sind rockig auf den Punkt gebracht. Ein passender Abschluss ist „My very last whiskey“ – mit dem beschließen beide Bands gemeinsam den Abend.