Baustelle bereitet Herner Anwohnern große Sorgen

Mehrere Experten standen den interessierten Anwohnern in der Akademie Rede und Antwort.
Mehrere Experten standen den interessierten Anwohnern in der Akademie Rede und Antwort.
Foto: FUNKE Foto Services
Was wir bereits wissen
Die Stadt Herne informierte Bürger über die Sanierung der Horsthauser Straße, die ab September starten soll.

Herne..  Knapp 100 Anwohner und Geschäftsleute aus Horsthausen haben am Mittwochabend in der Akademie Mont-Cenis an einer Informationsveranstaltung der Stadt zur Sanierung der Horsthauser Straße teilgenommen. Diese soll im September beginnen und rund ein Jahr dauern (wir berichteten). Nach zweistündiger Diskussion gingen die Anwohner zwar besser informiert, aber noch immer beunruhigt nach Hause. „Bei Baubeginn werden einige Leute merken, dass Theorie und Praxis zwei Paar Schuhe sind“, kommentierte Anwohner Jürgen Meyer.

Josef Becker und Eva-Maria Stieglitz-Broll vom städtischen Fachbereich Tiefbau und Verkehr sowie Helmut Gorke, Bauleiter der Kanalsanierung, informierten die Bürger über das Vorhaben. Letzterer erläuterte, dass aufgrund starker baulicher Mängel wie Rohrbruch und Korrosion der Kanal erneuert werde, anstatt ihn zu renovieren. Der Inhaber des Bistro Flair, Thomas Lawrenz, warf der Verwaltung vor, dass im Rathaus nicht „genug geschwitzt“ werde, um bessere Lösungen für die Anwohner zu finden.

Insbesondere die Straßenführung in der Bauzeit sei ein großes Problem; das wurde von mehreren Betroffenen betont: „Schon jetzt leiden alle unter den ständigen Staus in diesem Bereich, wie wird sich die Stadt um den Schwerlastverkehr kümmern, der durch dieses Gebiet fährt?“, fragte Anwohner Alfred Gruska. „Die Stadt hat keine Möglichkeit, den Fernlastverkehr abzuschaffen, entgegnete Stieglitz-Broll. Ein Bauabschnitt sei im Winter geplant, sagte Anwohner Jürgen Meyer. Um zu fragen: „Wie laufen die Arbeiten bei Frost?“ Laut Stieglitz-Broll müssten die Bauarbeiten dann ruhen. „Kann man die Baufirma bei Bauverzug mit Vertragsstrafen belegen, die dann den Gewerbetreibenden als Entschädigung zukommen?“, wollte der Inhaber der Sanitär- und Klimatechnik auf der Horsthauser Straße, Marcel Leithaus, wissen. Nein: Vertragsstrafen gegen eine Baufirma durchzusetzen, sei sehr schwierig – bei einem langen, frostigen Winter zum Beispiel seien die Baufirmen nicht verantwortlich für einen Bauverzug, hieß es.

SPD-Ratsherr Thomas Spengler wollte wissen, ob es ein Beschwerdemanagement vor Ort geben werde, sobald die Bauarbeiten beginnen. Ja, entgegnete Stieglitz-Broll: Die Bauleiter würden vor Ort erreichbar sein, um sich der Sorgen der Anwohner anzunehmen; es sei aber dafür keine Bürgersprechstunde geplant.