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Stadtteilbibliotheken

Autoren kritisieren Bibliotheken-Aus

04.12.2011 | 14:24 Uhr
Autoren kritisieren Bibliotheken-Aus
DieHerner Stadtbücherei in den 60er Jahren. Auch heute trügen die Stadtbibliotheken zur persönlichen und kulturellen Bildung bei, erklären acht Autoren und fordern den Erhalt der Bibliotheken in Eickel und Sodingen. Foto: Stadtarchiv

Herne.   Acht Herner Autoren haben in einer gemeinsamen Erklärung gegen die Schließung der Stadtteilbibliotheken Eickel und Sodingen protestiert.

Acht Herner Autoren ergreifen die Initiative: In einer gemeinsamen Erklärung fordern die Schriftsteller Volker W. Degener, Brigitte Werner, Jan Zweyer, Wolfgang Viehweger, Stefan Albus, Friedrich Gerhard Klimmek, Willi Thomczyk und Mario Jewanski den Erhalt der Stadtteilbibliotheken in Eickel und Sodingen. Diese sollen bekanntlich bis Juli 2012 geschlossen werden.

„Öffentliche Bibliotheken sind Teil der kulturellen Grundversorgung“, heißt es in dem öffentlichen Aufruf. Die Einrichtungen trügen zur sinnvollen Freizeitgestaltung bei, förderten die Lesefertigkeit, vermittelten im Mediendschungel Orientierung und unterstützten die persönliche und kulturelle Bildung.

„In Zeiten, in denen bundesweit über das niedrige Bildungsniveau und die geringe Lesekompetenz weiter Schülerkreise beklagt wird, ist die Schließung von Bibliotheken das falsche Signal“, so die Autoren. Stadtteilbibliotheken wie die in Eickel und Sodingen müssten stärker gefördert und nicht geschlossen werden.

„Bibliotheken müssen auf kurzem Weg erreichbar sein“, heißt es weiter. Wer diese Einrichtungen schließe, verringere die Attraktivität und Lebensqualität in den Stadtteilen. Die Autoren fordern die Politik deshalb auf, „bei der Haushaltssicherung fantasievollere Lösungen zu finden“.

Angestoßen worden ist diese Initiative von Volker W. Degener. Er habe schon als Jugendlicher regelmäßig das Angebot von Stadtbüchereien genutzt, so das PEN-Mitglied zur WAZ. Zu Recherchezwecken besuche er heute noch Bibliotheken. Und: Eine Schließung treffe die Autoren auch deshalb, weil ihre Werke dann nicht mehr so häufig gelesen würden.

Redaktion

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Kommentare
05.12.2011
15:53
Wären RWE-Aktien verkauft worden, wäre auch genug Geld da...
von nachdenken | #4

Apropos, wenn der Rat dem Verkauf von der _Hälfte_ der im Besitz der Stadt befindlichen RWE - Aktien vor einiger Zeit zugestimmt hätte, hätten rund 70 Mio Euro Herne zur Verfügung gestanden... das hätte ja wohl ziemlich lange gereicht - auch ein Vorschlag der AL damals.

05.12.2011
15:38
"Peanuts"
von nachdenken | #3

Um mal den berühmten Ausspruch vom Deutsche Bank Chef zu zitieren (die die Steuerzahler ja mit den Euro-Rettungsschirmen alimentieren) sind die einzusparenden Gelder bei den Stadtteilbüchereien ja nur Peanuts.
Die Zahlungen der Sparkasse Herne wegen der Fehlspekulationen der West LB könnten allein die Kosten der Büchereien über Jahre ausgleichen...

Da ja Deutschland so wenig Ressourcen hat, ist die einzige Chance wie immer die Bildung. Die Büchereien in Herne und Wanne-Eickel sind ziemlich gut besucht. Und gerade in Zeiten, in denen sich Geringverdiener kaum das Ticket für den Bus zur Fahrt in eine entlegene Bücherei leisten können (@2) - trotz angeblichem Sozialticket - muss eine entsprechende Informations- und Bildungsmöglichkeit aufrecht erhalten bleiben.
Weiterer sozialer Aspekt:
Gerade gestern empfahl ich einer bettlägerigen Person sich mit Medien aus der Bücherei zu versorgen (zu lassen), um den ohnehin schmalen Geldbeutel zu schonen.

05.12.2011
08:43
Dann doch mal Zahlen auf den Tisch.
von BodosFan | #2

Immer nur Bla-Bla-Entrüstungen.
Wieviel Bücher werden jeden Tag in Sodingen verliehen ?
Wieviel Dauerkunden gibt es überhaupt ?
Wenn das Bedürfniss nach Büchern so gross ist warum sind dann15 Minuten Busfahrt mit dem 311er unzumutbar?

04.12.2011
21:44
Autoren kritisieren Bibliotheken-Aus
von Pamphlet | #1

Primär gilt mein Dank den ACHT Autoren, die bedingt durch ihre Initiative ihren Unmut über die Schließungen der Bibliotheken kundtun !

Auch in Zeiten des Internets sind Bibliotheken für Kinder, Jugendliche, ältere Menschen und ausländische BürgerInnen äußerst wichtig, ergo dürfen und sollen sie nicht geschlossen werden !!!

Beweist die PISA - Studie immer wieder Defizite in NRW und die etwaigen Schließungen sind keinesfalls motivierend für Lesende.

Kein Ratsmitglied sollte sich über das niedrige Bildungsniveau etc.pp mokieren, entsteht doch der vage Verdacht, abgestimmt mit JA zu haben, ohne zu wissen, wieso und warum !

Noch ist man frohen Mutes, konnte die AL vor Jahren schon den Abriß des alten Postparks für Kaufland aufgrund tausender Unterschriften verhindern und man sollte nun auf ein positives Resultat für alle Bürger hoffen.

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