Ausstellungsbesucher sitzen in der Christuskirche auf Kunst

Aus braunen Stühlen wurde Kunst: die Künstlerin Annette Ihme-Krippner und der Künstler Hans-Jürgen Jaworski mit einigen Exemplaren.
Aus braunen Stühlen wurde Kunst: die Künstlerin Annette Ihme-Krippner und der Künstler Hans-Jürgen Jaworski mit einigen Exemplaren.
Foto: MARTIN KERSTAN FOTOGRAFIE / FUNK
Was wir bereits wissen
Auf Initiative von Hans-Jürgen Jaworski haben Herner Künstler ausrangierte Stühle aus Gemeindehäusern gestaltet. Die Wanner Christuskirche zeigt „Kunstsitzen“.

Herne..  Viele Kirchengemeinden wurden in den letzten Jahren zusammengelegt, so auch die in Wanne-West, -Süd und -Mitte. Außerdem wurden Gemeindehäuser aufgelöst. Die Christuskirche in Wanne-Eickel wurde zum Kulturort. Was blieb, war das Inventar, das niemand mehr brauchte.

„Bei einer Ausstellung fielen mir die Stühle auf“, erzählt Hans-Jürgen Jaworski, Künstler, Theologe und Kulturbeauftragter im Kirchenkreis Herne. „Diese braunen Stühle standen überall rum. Und meistens waren sie nur im Weg!“ Alt und unansehnlich waren sie. Die Farbe bröckelte ab. Und wackelig , so dass keine mehr richtig darauf sitzen konnte. Und schon war die Idee geboren: Stühle werden zur Kunst.

Hans-Jürgen Jaworski forderte Künstlerinnen und Künstler auf, einen dieser braunen Stühle zu gestalten. 22 haben die Idee aufgegriffen. Nicht nur aus dem Herner Künstlerbund, sondern auch andere aus Herne und der Region. Auch Steve Simpson aus England, der im letzten Jahr in der Rathausgalerie ausgestellt hat, ist dabei. Sie haben die Stühle mit Texten überzogen, andere haben sie farbig gestaltet. Die Stühle wurden auseinandergenommen und neu zusammengesetzt. Sie wurden collageartig mit Zeitungsschnipseln beklebt, mit Stoffen überzogen oder zu filigranen Objekten, die weit in den Raum hinein reichen. „Manche der Kollegen haben sie in ihrem Stil bearbeitet, andere haben sich etwas Besonderes einfallen lassen“, beschreibt Hans-Jürgen Jaworski die Ergebnisse. Von Anfang an war klar, dass die Stühle verkauft werden sollen und der Erlös von den Künstlern der „Oase“ der Schuldnerberatung des Kirchenkreises gespendet wird.

Was fehlte, war ein Titel für das Projekt. „Kunstsitzen“ heißt es nun. „Da können Leute mal auf der Kunst sitzen“, erläutert Hans-Jürgen Jaworski spitzbübisch. Die Besucher können sich während der Ausstellung für einen kleinen Beitrag auf einem Stuhl fotografieren lassen.