Ausgezeichnet!
17.06.2009 | 19:25 Uhr 2009-06-17T19:25:00+0200Die Sprachförderung der Regenbogenschule ist einer Experten-Jury zufolge die beste in NRW.
Die Regenbogenschule an der Diedrichstraße in Horsthausen kümmert sich nicht nur um ihre aktuell 182 Schülerinnen und Schüler. Schon seit Februar kommen auch die künftigen I-Dötze und deren Eltern regelmäßig zu Besuch, um Schule, Lehrer und Programm kennenzulernen. „Wir gucken uns jeden Jungen und jedes Mädchen an und erfassen das, was sie können”, sagt Schulleiterin Barbara Ocken-Bitter. Für jeden werden anschließend individuelle Förderschwerpunkte gebildet, zum Beispiel im Bereich Sprache. Gelernt wird kontinuierlich von der ersten bis zur vierten Klasse – in Gruppen, zu zweit, gemeinsam mit den Eltern oder auch einzeln. „Die Förderung muss so früh wie möglich beginnen”, sagt Ocken-Bitter.
Vor über drei Jahren schrieb die Horsthauser Grundschule ihr Sprachförderkonzept. Als das Land NRW gemeinsam mit WestLB und WestLB-Stiftung im Jahr 2006 den Wettbewerb „MitSprache” ausrief, um beispielhafte Unterstützung vor allem für Migrantenkinder auszuzeichnen, entschieden sich die Lehrer nach einer Konferenz zur Teilnahme. Die Regenbogenschule schaffte den Sprung unter die ersten 20 und sicherte sich so eine finanzielle Unterstützung: „Mitsprache” garantierte innerhalb von drei Jahren eine Einmalzahlung von 2500 Euro sowie weitere 500 Euro monatlich. Nicht viel, mag man meinen. „Für uns war das aber ein richtiger Geldsegen”, sagt Barbara Ocken-Bitter. Denn: Wann komme eine Grundschule in Zeiten knapper Kassen schon mal in den Genuss, über 20 000 Euro allein für die Sprachförderung investieren zu dürfen.
Die Regenbogenschule schaffte mit dem Geld Unterrichtsmaterial an, mit dem die Kinder vor allem spielerisch lernen können. Darüber hinaus bildete sich das Kollegium weiter und lud Experten zu sich ein, um das Wissen zu vertiefen. „Für uns ging es darum, das Geld so einzusetzen, dass noch viele Schülergenerationen etwas davon haben”, sagt die Rektorin.
Wie gesagt, an der Regenbogenschule beginnt das Erkennen von Potenzialen wie Schwächen bereits vor dem ersten Schultag. Die Schule hält Kontakt zu den Kindergärten, macht Tests vor der Einschulung und auch vier bis fünf Wochen danach. „Wir müssen die Schüler so nehmen, wie sie sind und zu uns kommen, dann setzt unser Sprachförderkonzept an”, sagt Ocken-Bitter. Gefördert würden dabei nicht nur Jungen und Mädchen mit Zuwanderungsgeschichte, Kinder also mit nicht-deutscher Muttersprache, sondern auch die Deutschen. „In Zeiten des Computers wird nicht mehr so viel gesprochen. Defizite gibt es nicht nur bei Migrantenkindern”, sagt Ocken-Bitter. Die Eltern sitzen in Horsthausen von Beginn an mit im Boot, „weil man sonst nichts erreichen kann”.
Nach drei Jahren nun, so die Schulleitung, seien erste Erfolge erkennbar. Bei den Sprachstandstests verbesserten sich die Ergebnisse. „Unser Konzept umzusetzen, ist arbeitsintensiv und nicht im Rahmen des normalen Stundenplans zu machen. Wir haben es aber geschafft, dass alle mitmachen und die Arbeit nicht nur auf zwei Schultern verteilt wird”, so Ocken-Bitter. Dass die Regenbogenschule nach Ablauf der dreijährigen Wettbewerbszeit nun einmal mehr ausgezeichnet worden ist, „ist für uns eine Bestätigung”, sagt die Schulleiterin.
Verbunden mit dem Sieg ist einmal mehr eine finanzielle Unterstützung: Land, Landesbank und Stiftung überweisen weitere 5000 Euro. „Wir wissen noch nicht, wie wir das Geld einsetzen, wir werden es aber bewusst tun, schließlich ist der Geldstrom danach erst mal zu Ende.”
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