Aufregung um Baupläne für Kirchengrundstück am Ententeich

Der Ententeich in Herne-Süd zwischen Eichen- und Erlenweg. Für eine Teilfläche des Naherholungsgebietes liegt eine Bauvoranfrage vor. Eigentümerin ist die Herz-Jesu-Gemeinde.
Der Ententeich in Herne-Süd zwischen Eichen- und Erlenweg. Für eine Teilfläche des Naherholungsgebietes liegt eine Bauvoranfrage vor. Eigentümerin ist die Herz-Jesu-Gemeinde.
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Was wir bereits wissen
Aufregung in Herne-Süd: Für eine Grünfläche im Naherholungsgebiet am Ententeich liegt eine Bauvoranfrage vor. Eigentümerin ist die Herz-Jesu-Gemeinde.

Herne..  Aufregung in Altenhöfen: Hinweise auf Baupläne für ein Grundstück der katholischen Herz-Jesu-Gemeinde im beliebten Naherholungsgebiet am Ententeich haben Bürger und Politik in Aufruhr versetzt. Inzwischen liegt bei der Stadt sogar eine Bauvoranfrage für ein „Betreuungshaus“ vor. War doch gar nicht so gemeint, wiegeln die Katholiken auf WAZ-Anfrage ab. Das eigentliche Ziel sei der Verkauf der Grünfläche an die Stadt.

Ein mysteriöser Vermessungstruppe am Ententeich brachte den Stein ins Rollen. Auf diesen war der SPD-Bezirksverordnete Willi Hesse im September gestoßen. Seine Nachfrage bei den Arbeitern blieb unbeantwortet. In der Herz-Jesu-Gemeinde, so berichtet Hesse, habe man ihm mehrfach versichert: Nein, es gebe keine Baupläne für das Grundstück (wir berichteten). Alles andere hätte für die Gemeinde weitreichende Folgen, sagt Hesse. „Wenn die Fläche bebaut wird, treten 200 Menschen aus der Kirche aus“, so seine Prognose.

Inzwischen ist es offiziell: Am 3. März erhielt die Stadt eine Bauvoranfrage für das am Eichenweg/Im Wietel gelegene Grundstück der Gemeinde. „Für ein Betreuungshaus“, so die Stadt. Für ein „Haus für gestrauchelte Pastoren“, so kursiert es in der Politik.

Auf Anfrage sagte Herz-Jesu-Pfarrer Ludger Plümpe, dass die Gemeinde das Grundstück los werden wolle. „Es verursacht nur Kosten. Wir können damit nichts anfangen.“ Wunsch der Gemeinde sei es, dass die Stadt die rund 2500 Quadratmeter große Grünfläche erwerbe. Wenn eine Bauvoranfrage vorliege, dann wohl nur, weil „Leute“ etwas unternommen hätten, damit der Verwaltungsapparat bei der Stadt sich bewege, so Plümpes nebulöse Andeutung. Also eine Bauvoranfrage als Drohpotenzial? „Ich würde es Ermutigungspotenzial nennen“, so Plümpe.

Die Stadt und die SPD wollen sich aber offenbar weder „ermutigen“ lassen noch irgendwelche taktischen Spielchen mit der Gemeinde spielen. SPD-Fraktions-Chef Frank Dudda kündigt an, dass seine Partei im nächsten Planungsausschuss einen Antrag auf eine vorläufige Veränderungssperre für das Areal stellen wolle. Man fühle sich von der Gemeinde überrumpelt. Es gebe gute Argumente gegen eine Bebauung: Die Grünfläche sei wichtig für die Naherholung in Herne-Süd, so Dudda.

Die Stadt geht noch einen Schritt weiter und erklärt auf Anfrage, den Bebauungsplan ändern zu wollen, um die Bebauung auszuschließen und die Grünfläche dauerhaft zu sichern. Zurzeit ist eine Bebauung für den „Gemeindebedarf“ möglich. Was ist mit einem Kauf durch die Stadt? Dazu lägen „derzeit keine Informationen vor“, so Stadtsprecher Christoph Hüsken.

Schuh schweigt zur Bauvoranfrage

Zu Wort meldete sich am Donnerstag auch Ex-HGW-Chef Hans-Ulrich Schuh – in seiner Funktion als Mitglied des Verbandsausschusses der kath. Kirchengemeinden östliches Ruhrgebiet. Er wolle den Pfarrer „aus der Schusslinie nehmen“, so Schuh.

Zwei, drei Anfragen lägen für das Grundstück vor, so Schuh. Auch er erklärte: Ziel sei der Verkauf an die Stadt. Zur Bauvoranfrage wollte er nichts sagen. Er kritisierte jedoch, dass die Stadt bisher nicht das Gespräch gesucht habe.