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Jürgen Klute:...

Auf sicherem Platz

01.06.2009 | 18:18 Uhr

Platz 6 auf der Bundesliste seiner Partei, so ist dem Herner Sozialpfarrer Jürgen Klute ein Platz für Die Linke im Europäischen Parlament mit großer Wahrscheinlichkeit sicher. Trotzdem ist Klute dieser Tage viel auf Wahlkampftour.

Seine Schwerpunktthemen setzen sich kritisch mit den Inhalten des Lissabon-Vertrages der EU auseinander. Der 55-Jährige will für eine sozialere Ausgestaltung des Vertragswerkes und gegen eine „Militarisierung” in der Verteidigungspolitik eintreten.

Zum Sozialen: Der Herner Linkspolitiker, der auch dem Bundesvorstand seiner Partei angehört, fordert die Aufnahme einer so genannten sozialen Fortschrittsklausel in das Lissaboner Vertragswerk, das quasi als Teil einer Ersatzverfassung für die EU gilt. Damit will die Linke erreichen, dass sozialpolitische Verbesserungen automatisch ins europäische Vertragsrecht aufgenommen werden. Bisher seien nur die wettbewerbsfreundlichen Regelungen zur Dienstleistung- und Niederlassungsfreiheit im obersten EU-Recht verankert. Die soziale Komponente müsse dem gleichgestellt werden, um vom Europäischen Gerichtshof nicht weiter als zweitrangig bewertet zu werden.

Konkret fordert Klute die Einführung einer europaweit geltenden Mindestlohn-Regelung. Sie soll festschreiben, dass in jedem einzelnen Land Arbeitnehmern und Empfängern von Transfereinkommen mindestens 60 Prozent des jeweiligen nationalen Durchschnittslohns garantiert werden, was laut Eurostat-Definition der offiziellen EU-Armutsgrenze entspreche. Ferner will sich Klute im Europaparlament dafür stark machen, dass die Mitbestimmungsrechte von Betriebsräten sich EU-weit dem deutschen Standard nähern. Auch will er eine europäische Wirtschaftspolitik im Antlitz der Ideale einer sozialen Marktwirtschaft; konkret: Rücknahme der Deregulierung der Finanzmärkte, mehr demokratische Kontrolle der Europäischen Zentralbank und eine Neuausrichtung derer Politik insofern, dass neben dem Ziel Geldwertstabilität gleichrangig die Ziele nachhaltiges Wirtschaftswachstum und Beschäftigung gelten.

Zur Verteidigungspolitik: Klute beklagt eine „Militarisierung” der EU, die im Lissabon-Vertrag Ausdruck unter anderem darin finde, dass sich die Mitgliedsstaaten zur Aufrüstung verpflichtet hätten und EU-Militäreinsätze in Drittstaaten ermöglicht würden, was „völkerrechtlich völlig inakzeptabel” sei. Die Linke wolle keine Verteidigungsagentur, sondern zwei Agenturen: eine für Frieden, die andere für Abrüstung.

Bundesweit will die Linkspartei zehn Prozent der Stimmen für sich gewinnen, in Herne und Wanne-Eickel, „der letzten sozialdemokratischen Hochburg”, so Klute, „wären sieben Prozent ganz gut.”

Mirco Stodollick

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Kommentare
07.06.2009
04:25
Auf sicherem Platz
von YoungStundent | #6

Ich sage nur die Bilderberger werden die Wahl sowieso steuern.

02.06.2009
07:54
Auf sicherem Platz
von Viertelvorlinks | #5

ich denke der kirchensteuerzahler wird sich freuen wenn herr klute ins europaparlament kommt, denn nun bezahlen alle bürger sein einkommen. zumindest seine soziale frage hat er gelöst

02.06.2009
06:20
Auf sicherem Platz
von einspdler | #4

Hm, Mindestlohn, regulierte inanzmärkte, entmilitarisiertes Europa: hört sich ja wie unsere SPD-Forderung an. Leider stimmen meine SPD-Genossen in allen Parlamenten gegen ihre eigenen Forderungen.

02.06.2009
00:24
Auf sicherem Platz
von wildermann | #3

Was wollen wir mit einem Menschen , der sich als Sozialpfarrer in Herne ausgibt, aber als solcher nicht mehr tätig ist in Herne, halten?

01.06.2009
23:16
Auf sicherem Platz
von Elpha | #2

ich frage mich ehlrich gesagt immer, wer die Forderungen der Linken bezahlen soll....60% der Durchschnittseinkommens. Bald lohnt es sich gar nicht mehr, arbeiten zu gehen. Jugendliche sind nicht mehr ausbildungsfähig; Fachkräfte werden importiert, reich ist man für die Linken schon als Facharbeiter.

01.06.2009
20:19
Auf sicherem Platz
von Viertelvorlinks | #1

liebe waz, nach meinem wissen ist jürgen klute soviel herner sozialpfarrer wie schröder oder kohl bundeskanzler sind, nämlich seit jahren nicht mehr im amt.

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