Auch Firmen profitieren in Herne von niedrigen Spritpreisen

Günstig wie seit Jahren nicht: die Spritpreise. Auch Herner Unternehmen profitieren von diesen günstigen Kursen.
Günstig wie seit Jahren nicht: die Spritpreise. Auch Herner Unternehmen profitieren von diesen günstigen Kursen.
Foto: FUNKE Foto Services / Olaf Ziegler
Nicht nur die Verbraucher freuen sich über niedrigen Spritpreise - auch Herner Unternehmen profitieren vom günstigen Kurs, wie eine Umfrage ergab.

Herne.. Wenn die Spritpreise dermaßen im Keller sind wie derzeit, ist es – fast – eine Wonne, den Rüssel in den Tank zu stecken. An den Tankstellen gilt die Weisheit „Abendstund’ hat Gold im Mund“, denn dann sind Diesel und Benzin am billigsten. Nur 1,08 Euro für den Liter Diesel sind in diesen Tagen keine Seltenheit. Nicht nur der Otto-Normal-Verbraucher freut sich, auch Herner Firmen profitieren von den günstigen Kursen – manche mehr, manche weniger. Und am Ende dann wieder: der Verbraucher.

Wer zum Beispiel ein Taxi für eine längere Fahrt benötigt, der kann mit dem Unternehmen derzeit durchaus einen niedrigeren Preise verhandeln als noch vor einem halben Jahr: „Wir sind allerdings nur bei Fahrten in andere Städte flexibel. In Herne selbst sind wir an Tarife gebunden“, erläutert Frank Kosfeld, Chef bei „Haranni-Taxi“.

Vor einem halben Jahr noch 1,40 Euro pro Liter, jetzt über 30 Cent weniger, „das ist schon ein Geschenk“, freut sich der Unternehmer, dessen Fuhrpark täglich 150 bis 200 Euro pro „Kutsche“ zurücklegt.

Tägliche Abfrage

30 Liter auf 100 Kilometer schlucken die Lastwagen von Lila-Logistik, da wirken sich günstige Treibstoffpreise natürlich positiv auf den Firmengewinn aus. Burkhard Vorderstemann, Kaufmännischer Leiter des Unternehmens am Westhafen mit insgesamt 15 Fahrzeugen und 140 Mitarbeitern: „Langfristig gehen dann natürlich auch unsere Preise runter.“

Schon jetzt hat der Paketdienst UPS, der in Herne rund 1200 Menschen beschäftigt, seinen Treibstoffzuschlag für die Kunden gesenkt. Ansonsten seien die Spritpreise „eher sekundär, da wir nicht zum Tagespreis kalkulieren, sondern längerfristige Vereinbarungen treffen“, sagt Thomas Schlichting, Manager externe Kommunikation bei UPS.

Ähnlich kalkuliert die Spedition Dachser, die in Herne mit rund 250 Mitarbeitern ein großes Lebensmittel-Lager betreibt für Kunden, die unter anderem Aldi, Rewe und Edeka beliefern. „Wir sind an das Diesel-Floating gekoppelt“, erklärt Prokuristin Martina Arens. Das heißt: „Bei uns sind die Grundkonditionen an den Dieselpreis gekoppelt.“ Dachser ist also wie die meisten Firmen auf steigende und fallende Treibstoffpreise eingestellt. Alles andere wäre aus betriebswirtschaftlicher Sicht gesehen auch mehr als ungesund.

Auch beim Wanne-Eickeler Bus- und Speditionsuntermnehmen Graf’s Reisen schaut man nicht auf die Preise an der Tankstelle um die Ecke. Pro Woche ordert das Unternehmen rund 30 000 Liter.

„Wir haben fünf bis sechs Anbieter, bei denen wir täglich die Preise abfragen“, so Prokurist Michael Thüring. Bei guten Konditionen seien auch Extra-Bestellungen möglich. Graf’s verfügt über ein Lager mit einem fassungsvermögen von 95 000 Litern. Selbstverständlich sind die sinkenden Preise auch bei Graf’s angekommen. „Da freut man sich natürlich. In den vergangenen Jahren kannten die Preise ja nur eine Richtung: nach oben“, so Thüring.

HCR denkt über Dieselpreisabsicherung nach

Auch beim Nahverkehrsunternehmen HCR schaut man genau auf die Entwicklung der Spritpreise. Eine Erhöhung um einen Cent pro Liter schlage mit jährlich 20 000 Euro zu Buche, so das Unternehmen.

Die HCR überlegt deshalb, ob sie – wie zuletzt 2010/2011 – eine so genannte Dieselpreisabsicherung mit einer Bank eingeht, heißt: sich mit ihr im Voraus auf einen Festpreis einigt. Das sei natürlich ein Risiko, sagte HCR-Chef Wolfgang Neige im Dezember zur WAZ. Sein Haus hatte dabei 2010/11 aber ein gutes Näschen – und sparte 250 000 Euro über die beiden Jahre.