Arbeitslose beklagen Demütigung im Jobcenter

„Auf Recht bestehen - 10 Jahre Hartz IV sind genug“, lautete die Aktion gegen Hartz IV  des Arbeitslosenzentrums Herne und des Zeppelin-Zentrums.
„Auf Recht bestehen - 10 Jahre Hartz IV sind genug“, lautete die Aktion gegen Hartz IV des Arbeitslosenzentrums Herne und des Zeppelin-Zentrums.
Foto: Ralph Bodemer
Was wir bereits wissen
Zehn Jahre nach der Verabschiedung der Hartz-IV-Gesetzgebung zogenHernes Arbeitslosenzentren eine vernichtende Bilanz.

Herne..  An einem Infostand mitten auf dem Robert-Brauner-Platz wollten Langzeitarbeitlose gestern auf die ihrer Ansicht nach misslungenen Hartz-IV-Gesetze aufmerksam machen. Doch es kamen kaum Arbeitslose dorthin. Und Passanten machten in der Regel einen Bogen um den Stand.

Dabei ging es um das „Jubiläum“ „Zehn Jahre Hartz IV“ und damit um eine Gesetzgebung, die Millionen von Arbeitssuchenden, Geringverdienern, Rentnern usw. betrifft. „Zehn Jahre Hartz IV sind genug“, meinten die Arbeitslosenzentren Hernes, die den Infostand auf die Beine gestellt hatten.

Die beiden kirchlichen Einrichtungen setzen sich seit Jahrzehnten für die Betroffenen ein, kümmern sich um Weiterbildung, Freizeitgestaltung und Kulturprogramme. Was damals von Bundeskanzler Gerhard Schröder und seinem Arbeitsminister Franz Müntefering versprochen worden sei – nämlich fordern und fördern –, sei ein leeres Versprechen gewesen, zog Franz-Josef Strzalka vom katholischen Arbeitslosenzentrum Bilanz. „37 Prozent aller Beschäftigen befinden sich heute in so genannten ,atypischen’ Arbeitsverträgen mit unterdurchschnittlichen Einkommen“, so Strzalka.

„Heutzutage müssen Sie einen Langzeitarbeitslosen einen Betreuer mit Fachkenntnissen mit zum Jobcenter begleiten lassen, so kompliziert ist die Gesetzgebung.“ Im Gegensatz zur versprochenen Förderung würde zunehmend Geld für Weiterbildungsmaßnahmen gekürzt. Am schlimmsten aber sei die demütigende Abfertigung im Jobcenter. Hierzu hatten die Arbeitslosenzentren eigens einen Forderungskatalog angefertigt.

An erster Stelle stand dort nicht etwa „gute Beratung und schnelle Hilfe durch gut qualifizierte Mitarbeiter“, sondern ganz einfach: ein freundlicher Umgangston.