Arbeitgeber befürchten Einbußen

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Die Metallindustrie kritisiert stark gestiegene Arbeitskosten und zunehmende Belastungen durch politische Weichenstellungen.

Herne..  Die Metallarbeitgeber schlagen Alarm: In der Metall- und Elektroindustrie (M+E) im Ruhrgebiet gingen in nennenswertem Umfang Arbeitsplätze in der Produktion verloren. Betroffen seien vor allem einfache Tätigkeiten. Dagegen wachse der Anteil der Produktion an ausländischen Standorten. Überdies investierten immer mehr Unternehmen im Ausland und erzielten dort einen zunehmend größeren Teil der Gewinne. Dies ist das Ergebnis einer Verbandsumfrage der Metallarbeitgeberverbände im Ruhrgebiet, an der sich rund 30 Prozent der insgesamt knapp 200 tarifgebundenen Mitgliedsunternehmen der Region beteiligt haben.

Der Sprecher von „Arbeitgeber Ruhr“, Friedrich Wilhelm Wengeler, sagte am Mittwoch in Bochum, die Umfrage sei Beleg für den zunehmenden Rückzug von Produktion in der Metall- und Elektroindustrie des Ruhrgebietes. Als Hauptgründe hätten die Unternehmen die zuletzt stark gestiegenen Arbeitskosten und zunehmende Belastungen durch falsche politische Weichenstellungen in Bund und Land genannt. „Die Ergebnisse sind ein Alarmsignal an die IG Metall und an die Landespolitik, die Bedingungen für Produktion, Investitionen und wettbewerbsfähige Arbeitsplätze in NRW zügig und spürbar zu verbessern.“ In der anstehenden Tarifrunde müsse Maß gehalten und ein vernünftiger Tarifabschluss erzielt werden. Die Landesregierung müsse jetzt mit einer investitionsfreundlichen Wirtschaftspolitik den Unternehmen beweisen, dass sie am Standort NRW und im Ruhrgebiet willkommen sind.

Wengeler warnte vor einer weiteren Erosion von Arbeitsplätzen. „Angesichts der wachsenden Belastungen durch verschlechterte Rahmenbedingungen ist unsere Region auf die nächste Rezession nicht gut vorbereitet“, betonte er. Die Wettbewerbsfähigkeit der heimischen Standorte habe in den letzten Jahren dramatisch gelitten. Immer mehr Unternehmen orientierten sich daher Richtung Ausland. Zu hohe Lohnkostensprünge bei gleichzeitig minimalen Produktivitätsgewinnen hätte die Produktion in NRW und im Ruhrgebiet anfällig gemacht. „Außerdem fehlt es an einer Willkommenskultur für Unternehmen und eine nachhaltige Aufbruchstimmung, um das Ruhrgebiet als Industriestandort zukunftsfest zu machen.“