Das aktuelle Wetter Herne 12°C
Deutsche Bahn

Anwohner protestieren gegen Kahlschlag durch Deutsche Bahn

21.02.2012 | 17:50 Uhr
Anwohner protestieren gegen Kahlschlag durch Deutsche Bahn
Die Anwohner (v.li.) Heinz und Michael Dröge sowie Liane Nolte mit den traurigen Resten des ehamligen Grünstreifens. Foto: Matthias Graben / WAZ FotoPool

Wanne-Eickel.   Die Deutsche Bahn hat einen Grünstreifen entlang einer Zugstrecke an der Römerstraße roden lassen - „aus Sicherheitsgründen“. Anwohner kritisieren die Maßnahme.

An der Römerstraße in Wanne gefährdet der Wildwuchs von Bäumen und Sträuchern den Zugverkehr auf den angrenzenden Gleisen. Deshalb musste der rund 150 Meter lange Grünstreifen gerodet werden. So stellt ein Sprecher der Deutschen Bahn auf WAZ-Anfrage die Situation in dieser Straße dar. Womit die Sache eigentlich erledigt wäre – wenn, ja wenn Anwohner nicht eine andere Version des Vorgangs schildern würden.

„Ein Kahlschlag ohne Not.“ Auf diesen Nenner bringen Michael Dröge und entsetzte Anwohner die zweitägige Aktion, die im Auftrag der Bahn durchgeführt worden ist.

Rechtsanwalt Dröge, dessen Elternhaus auf der Römerstraße steht und der den Siedlerbund Wanne-Eickel führt, hat die Angelegenheit nicht auf sich beruhen lassen. Ein Bahn-Mitarbeiter habe ihm am Telefon erklärt, berichtet der 48-Jährige, dass es einen kranken Baum in diesem Grünstreifen gegeben habe, der bei Windbruch den Zugverkehr gefährdet hätte. Und auch das sei gesagt worden: Nach der Rodung müsse dieser Streifen nun nicht ständig nachgeschnitten werden.

Für die Anwohner ergäben sich nach dem Kahlschlag gleich mehrere Probleme, sagt Michael Dröge. So sei die Lärmbeeinträchtigung durch die stark befahrene Strecke größer geworden bzw. sie habe sich zum Negativen verändert. Die „hochfrequenten Töne“ des Zugverkehrs seien bisher durch Bäume und Sträucher gebrochen worden. Das sei nun nicht mehr der Fall.

Außerdem sei den Anwohnern der natürliche Sichtschutz genommen worden. Folge: Da es in Höhe Römerstraße ein Haltesignal gebe, könnten die Zugreisenden einigen Anwohnern „direkt in den Kochtopf schauen“.

Bisher sei die Bahn bei Pflege und Nachschnitt „sehr behutsam“ und im Sinne der Anwohner vorgegangen. Man hätte sich gewünscht, so der Anwalt, dass die Bahn vor diesem erheblichen Eingriff einen Ortstermin gemacht hätte.

Die Anwohner wollen prüfen, ob sie rechtliche Schritte gegen die Bahn einlegen.

Redaktion

Facebook
 
Kommentare
22.02.2012
21:48
Anwohner protestieren gegen Kahlschlag durch Deutsche Bahn
von madeirapura | #1

Seit anderthalb Jahren versuche ich die DB dazu zu bewegen, im Bereich Almastraße in Eickel ihrer Verkehrssicherungspflicht nachzukommen. Dort gibt es eine alte Eisenbahnbrücke der (aufgegebenen) Salzstrecke. Der dortige Fuß- und Radweg nach Bochum-Hordel ist schon zur Hälfte mit Brombeeren zugewachsen. Brombeerranken wachsen auch von der Brücke herunter und gefährden die Fahrradfahrer. Interessiert bei der DB niemanden. Da der betroffene Weg schon auf Bochumer Stadtgebiet liegt, habe ich das dortige Tiefbauamt und den zuständigen Bezirksbürgermeister eingeschaltet, ohne Ergebnis.
In beiden Fällen erkennt man den Kostendruck bei der DB. Auf Bürgerbeschwerden wird nicht reagiert. Andererseits wird an den Bahnstrecken brutal geholzt, damit man die nächsten 10 Jahre Ruhe hat.

Trackbacks

Die Trackback URL zu diesem Artikel ist: http://www.derwesten.de/services/trackbacks/article/6387638/create

Aktuelle Fotos und Videos
Der größte Park
Bildgalerie
Top Ten
Klangwelten
Bildgalerie
Konzert
Schmieden wie früher
Bildgalerie
Im LWL-Museum
Kasinoverein Harmonie Unser Fritz
Bildgalerie
Saisoneröffnung
Aus dem Ressort
Kultur bestimmt den Lehrplan
Schulprojekt
„Kultur und Schule“ ist das neue Motto der Realschule Crange. Den Schülern des benachteiligten Stadtteils soll Chancengleichheit garantiert werden.
Königsgruber Park ist der Größte
Hernes Top 10
Im Konzert der Herner Superlative schlägt der Königsgruber Park eher leise Töne an.