Anwohner klagen über Herner Problemhaus

Weiter im Blickpunkt: das Haus an der Shamrockstraße, früheres Domizil der „Sonne“. Auch die Absperrung auf dem Gehweg ist Anwohnern ein Dorn im Auge.Foto:Ralph Bodemer
Weiter im Blickpunkt: das Haus an der Shamrockstraße, früheres Domizil der „Sonne“. Auch die Absperrung auf dem Gehweg ist Anwohnern ein Dorn im Auge.Foto:Ralph Bodemer
Was wir bereits wissen
Anwohner eines von Rumänen bewohnten Hauses an der Shamrockstraße klagen über Müll und Lärm. Der Ordnungsdienst „ist täglich am Ball“, so die Stadt.

Herne.. Das Problemhaus an der Shamrockstraße 121 bleibt im Fokus: Anwohner des von Rumänen bewohnten Mietshauses klagen über unhaltbare Zustände durch Lärm, Müll und Ratten. Die Stadt erklärte auf WAZ-Anfrage, das Gebäude „weiter im Blick“ zu haben.

Wie berichtet, wurde dem Haus Ende Februar aufgrund offener Rechnungen Gas, Strom und Wasser abgestellt. Die Stadt drohte dem Vermieter daraufhin die Räumung des Gebäudes an. Durch das Begleichen der offenen Rechnung verhinderte dieser jedoch Zwangsmaßnahmen.

An den Zuständen am und rund um das Haus habe sich aber seitdem kaum etwas geändert, berichtet eine unmittelbare Anwohnerin (Name der Redaktion bekannt) der WAZ. So türmten sich immer wieder Müllberge am Haus. Benutzte Windeln würden bisweilen aus dem Toilettenfenster geworfen, so die Bürgerin. Auch Ratten habe sie bereits mehrfach hinter dem Haus gesehen. Der Kommunale Ordnungsdienst (KOD) der Stadt habe ihrem Sohn auf Nachfrage berichtet, dass das Gebäude regelmäßig beobachtet werde.

60 Menschen sind gemeldet

Das bestätigte die Verwaltung auf Anfrage. „Der KOD ist im Rahmen seiner Möglichkeiten dort täglich am Ball“, so Stadtsprecher Christoph Hüsken. Zurzeit seien in dem Haus 60 Menschen gemeldet.

„Unter verschiedenen Gesichtspunkten“ habe die Stadt das Gebäude im Blick. Dem Hinweis auf Rattenbefall sei die Stadt nachgegangen, habe bei einer Kontrolle aber keine Ratten vorgefunden. Auf Müllansammlungen sei man vor Ort aber sehr wohl gestoßen. In der Regel würden diese aber schnell wieder entfernt.

Für Lärmbelästigungen sei die Polizei zuständig, so Hüsken. Diese sei auf ihre Anrufe auch jedes Mal vor Ort gewesen, berichtet die Anwohnerin. Seit einigen Tagen sei es jedoch recht ruhig.

Dass es für die Stadt nicht einfach sei, gegen die Bewohner beziehungsweise den Vermieter vorzugehen, sei ihr durchaus bewusst, sagt die Anwohnerin. Kein Verständnis habe sie aber dafür, dass der Bürgersteig vor dem Haus (siehe Foto) seit dem Pfingststurm Ela im vergangenen Jahr abgesperrt sei. Immer wieder komme es hier zu gefährlichen Situationen für Kinder: „Hier muss dringend etwas geschehen.“

Der Gehweg sei im vergangenen Jahr auf Veranlassung des Bauhofs abgesperrt worden, berichtet Stadtsprecher Christoph Hüsken. Grundsätzlich sei hier natürlich der Eigentümer zuständig. Aber: Die Bauaufsicht habe das Gebäude im Blick und „verschafft sich regelmäßig einen Überblick über den Zustand vor Ort.“