Anna-Lena Krumhus führt die Schüler-Union in Herne

Anna-Lena Krumhus gründet eine Schülerunion.
Anna-Lena Krumhus gründet eine Schülerunion.
Foto: Ralph Bodemer
Was wir bereits wissen
Anna-Lena Krumhus aus Herne will junge Menschen für Politik begeistern. Die 16-Jährige führt die neue Schüler-Union.

Herne..  Mit 14 Jahren hat sich Anna-Lena Krumhus aus Röhlinghausen entschlossen, einen Blick auf die Arbeit der Jungen Union zu werfen – und wurde „mit offenen Armen empfangen“. Zwei Jahre später steht sie neben der CDU-Bundestagsabgeordneten Ingrid Fischbach, posiert für ein Foto zur Gründung der Herner Schüler-Union. Was reizt eine Jugendliche an der CDU?

Zu Beginn im Januar dieses Jahres fanden sich acht Leute zusammen, mittlerweile sind es 14 Jugendliche im Alter von 15 bis 17 Jahren, die sich gemeinsam Gedanken über Lernbedingungen und Schülerinteressen machen. Anna-Lena Krumhus, die die elfte Klasse des Gymnasiums Wanne besucht, ergriff die Initiative zur Gründung der Schüler-Union (SU), mit einem Ziel: junge Menschen in Herne für Politik zu begeistern. Dabei setzt die SU auf junge Themen. In Planung ist beispielsweise eine Umfrage zum Thema Schulzufriedenheit in Herne. Schon jetzt steht fest: „Wir wollen moderne Medien in den Schulalltag integrieren, also das Internet und mobile Geräte sinnvoll einsetzen und nutzen.“ So spricht sich die Schülergruppe der CDU auch für die Aufhebung eines Handyverbots aus.

Ohne politischen Hintergrund

Die Schülerin kommt aus einem Elternhaus ohne politischen Hintergrund. Was treibt sie also in die Politik, in die CDU? „In einer Ellbogengesellschaft wie heute finde ich es wichtig, freundlich mit seinen Mitmenschen umzugehen. Dafür will ich mich einsetzen.“ Mit den christlichen Grundwerten könne sie sich daher besonders identifizieren, so die 16-Jährige.

Der politischen Arbeit widmet die Chefin der Schüler-Union circa fünf bis sieben Stunden die Woche. Nebenbei betreibt sie einiges an Sport, etwa Zumba, Laufen und Ballett: „Diese Dinge sind ein guter Ausgleich zu den langen Schultagen.“ Ein weiterer Aspekt, für den sie sich mit der SU einsetzt. „Man ist von 8 bis 17 Uhr in der Schule, und wenn man dann noch Sport oder andere Hobbys betreibt, kann man mit Hausaufgaben erst um 10 Uhr abends anfangen“, berichtet die engagierte Schülerin. „Da muss sich was ändern.“

Reinigung von Meerwasser

Anders als die meisten in ihrem Alter weiß die angehende Abiturientin genau, was sie später einmal machen will – trotz ihres Engagements in der Politik will sie dort zunächst nicht hauptberuflich landen: Sie plant ein Maschinenbaustudium und konkret die Entwicklung einer besonderen Plattform, die Meerwasser reinigt.

Die Idee dazu kam ihr im Rahmen ihrer Facharbeit. Aber in dieser gut organisierten jungen Frau steckt auch der ganz normale Wahnsinn der Jugend: „Ich liebe Zombie-Apokalypsen und Zocken“, gibt Krumhus zu.

Einen letzten Appell, insbesondere an Gleichaltrige, lässt die junge Christdemokratin aber trotzdem nicht aus: „Ich verstehe die Politikverdrossenheit nicht. Politik beeinflusst das Leben von allen so stark.“ Ihr Resümee: „Wenn man sich für nichts einsetzt, macht es keinen Sinn.“