Angelina Ouchani nimmt die Kamera mit zum Rockkonzert

Die Wanne-Eickeler Fotografin Angelina Ouchani.
Die Wanne-Eickeler Fotografin Angelina Ouchani.
Foto: Ouchani
Was wir bereits wissen
Die 29-Jährige aus Wanne-Eickel ist fast jedes Wochenende auf Konzerten und Festivals unterwegs. Ihr eigenes Label „LautSicht“ baut sie gerade auf.

Herne..  Die Regentropfen prasseln auf die Linse, ihr Kleid saugt sich am Boden immer mehr mit Wasser voll. Neben ihr donnert es aus riesigen Lautsprechern so kräftig, dass der Körper bereits mit ersten Schwindelattacken reagiert. Angelina Ouchani (29) fotografiert die Herner Elektropop-Band Susanne Blech auf dem „Bochum Total“-Festival 2014.

Die Wanne-Eickelerin ist Fotografin mit eigenem Label, „LautSicht“. Trotz der schwierigen Umstände beim Bochumer Stadtfestival im letzten Sommer zieht Angelina Ouchani auch für diesen Job ein positives Fazit: „Es war schön.“ Die Euphorie für die Aufträge, auch unter erschwerten Bedingungen, zieht sie aus der Liebe für die Fotografie und die Musik. Ouchani spezialisiert sich auf Rockkonzerte und -bands. Zwar verschließe sie sich nicht anderen Musikstilen, aber die Identifikation sei bei Rock und Metal doch am größten.

Angefangen hat alles beim Herner Rockspektakulum 2013 im Stennert: Die heute 29-Jährige nahm einfach mal ihre Kamera mit und fotografierte die Kirmescore-Band „Der Gorilla vonne Kirmes“. „Ich würde ja jetzt gerne erzählen, wie ich schon als Kind angefangen habe zu fotografieren“, sagt Angelina Ouchani. „Aber tatsächlich habe ich mir vor anderthalb Jahren eine Kamera gekauft und wollte es mal ausprobieren.“ Die Fotografie habe sie schon immer interessiert, und die ersten Reaktionen waren sehr positiv. Es folgten verschiedene Aufträge in Herne unter anderem für das Rockbüro und das „Eventmagazin“. Ein besonderes Highlight war das Konzert mit Joe Bonamassa in Oberhausen.

Eines der Lieblingsfotos von Angelina Ouchani ist beim Ratingen Festival 2014 entstanden. Sie fotografierte Gil Ofarim, Mädchenschwarm aus den 90er-Jahren, in ihrer bevorzugten Einstellung: nah. „Ich möchte die Emotionen in meinen Fotos herüberbringen“, sagt sie. Halskette, Armband und Gils verzerrtes Gesicht beim Gesang sind deutlich im Bild zu erkennen, während seine Haare ins Gesicht fallen. Nicht nur Angelina gefällt das Bild sehr gut, sondern auch Gil teilte das Foto, das inzwischen als Leinwand in ihrem Wohnzimmer hängt, auf Facebook – 1000 Leuten „gefällt“ es.

Jedes Wochenende auf Tour

Inzwischen ist Angelina jedes Wochenende auf Tour. Sie sieht das als Ausgleich, da sie unter der Woche in der Verwaltung arbeitet. Vorher bekannt als „A Photography“ baut sie nun unter dem Namen „LautSicht“ ein neues Label auf. Viel Arbeit steckt im Aufbau und in der Nachbearbeitung der Fotos vom Wochenende. Die Leidenschaft und der Spaß wiegen jedoch jeden Stress auf.