An Herner Schulen hakt es bei der Umsetzung der Inklusion

Die SPD-Arbeitsgemeinschaft für Bildung disktuierte in der „Zille“ über den Stand der  Umsetzung der Inklusion. Neben Praktikern aus Schulen und Verwaltung war SPD-MdL Wolfgang Große Brömer (stehend) zu Gast.
Die SPD-Arbeitsgemeinschaft für Bildung disktuierte in der „Zille“ über den Stand der Umsetzung der Inklusion. Neben Praktikern aus Schulen und Verwaltung war SPD-MdL Wolfgang Große Brömer (stehend) zu Gast.
Foto: Haenisch / Funke Foto Services
Was wir bereits wissen
Bis zur Umsetzung der Inklusion ist es in Herne noch ein weiter Weg. Das war das Fazit einer Diskussion der SPD-Arbeitsgemeinschaft für Bildung.

Herne..  Seit Beginn dieses Schuljahres gilt auch in der Herne das Schuländerungsgesetz zur Inklusion. Um zu klären, ob und wie die Umsetzung funktioniert, hatte die SPD-Arbeitsgemeinschaft für Bildung für Donnerstagabend den SPD-Landtagsabgeordneten Wolfgang Große Brömer sowie Herner Schul- und Verwaltungsvertreter zur Diskussion in die „Zille“ eingeladen.

Seit Beginn des Schuljahres 2014/15 haben Eltern die Wahl, ihr Kind auf eine Regel- oder auf eine Förderschule zu schicken. Wolfgang Große-Brömer, Vorsitzender im Schulausschuss des Landtags, erklärt, dass bisher deutlich zu erkennen sei, dass es seit dem Sommer keinen großen Ansturm auf Regelschulen in NRW gegeben habe. „Der inklusive Anteil hält sich an der unteren Grenze“, so Große Brömer.

Doch wie sieht die aktuelle Situation in Herne aus? Klaus Hartmann, Leiter des städtischen Fachbereichs Schule, kann in Herne eine Entwicklung hin zur inklusiven Regelschule erkennen. Ein Drittel der Kinder mit Bedarf an sonderpädagogischer Hilfe sei bereits an einer inklusiven Regelschule, berichtete er.

Reinhard Leben, Schulamtsdirektor für Förderschulen in Herne, gab allerdings zu bedenken, dass man sich erst am Beginn eines langen Prozesses befinde, der durch das Schuländerungsgesetz jedoch viel Dynamik bekommen habe. Herne versuche durch zahlreiche Lehrerfortbildungen die Personalprobleme in diesem Bereich zu beheben und den Lehrern so die nötige Hilfe anzubieten.

Das reiche in der Praxis aber oft nicht aus, konterte Andrea Sdun, Leiterin der Grundschule an der Schillerstraße. Die Schule habe zwar seit dem vergangenen Jahr neues Personal für diese Kinder bekommen. Für einen angemessenen Unterricht, der allen Kindern gerecht werde, sei das jedoch nicht genug. „Es scheitert nicht an der Motivation der Lehrer, sondern an deren Anzahl“, so Sdun.

Ähnlich sieht die Situation am Gymnasium Eickel aus, wo es bereits seit 2011 das „gemeinsame Lernen“ gibt. „Die Schüler akzeptieren die Kinder, die besondere Hilfe benötigen. Und auch die sogenannten Differenzierungsräume sind gegeben“, erklärte Schulleiterin Magdalene van Merwyk. Allerdings macht sich auch am Gymnasium Eickel bemerkbar, dass die Personalressourcen für eine eigentlich notwendige Doppelbesetzung in den Klassen nicht ausreichten.

Über eines waren sich an diesem Abend jedoch alle Diskussionsteilnehmer einig: Bis zu einer zufriedenstellenden und für alle Schülerinnen und Schüler hilfreichen Inklusion ist es noch ein weiter Weg.