An einen Tisch setzen

Der DGB hat recht: Das zugige Treppenhaus im Rathaus Herne ist kein geeigneter Ort für einen Arbeitnehmerempfang. Auch die Beschneidung der Gäste-Liste war keine gute Idee. Das zeigte die Veranstaltung im vergangenen Jahr eindrucksvoll. Der viel beschworene Austausch zwischen den Offiziellen der Stadt und den Arbeitnehmer-Vertretern kam nicht zustande, erst recht keine lockere Stimmung. Das Ganze wirkte steif, bemüht – und war deshalb überflüssig.


Das Vorgehen des DGB aber ist unverständlich. Warum hat die Gewerkschaft nach dem trostlosen Treffen im vergangenen Jahr nicht das Gespräch mit der Stadt gesucht? Und Kritik geäußert, ja Verbesserungsvorschläge gemacht? Der OB, der von der Absage aus der Presse erfahren hat, ist zurecht bedient. Es drängt sich der Eindruck auf, dass der DGB kurz vor der Veranstaltung ein Exempel statuieren wollte. Das wäre ihm gelungen.


Bevor der Konflikt nun in ein Zerwürfnis mündet, sollten sich die Beteiligten an einen Tisch setzen und die Probleme ausräumen. Die Gewerkschaften und Betriebsräte verdienen einen würdigen Rahmen, der Gastgeber eine angemessene Reaktion auf seine Einladung. Auch wenn OB Schiereck in Kürze aus seinem Amt scheidet: Angesichts der wirtschaftlichen Lage wäre es wenig hilfreich, wenn das Verhältnis zwischen Stadtspitze und Gewerkschaften beschädigt würde.