Als Rauch in die U-Bahn in Herne eindrang

Feuer gefangen hatte offenbar eine elektronische Anzeigetafel in der U-Bahn-Station Hölkeskampring. WAZ-Leser Ingo Heidinger hat die Beschädigung damals fotografiert.
Feuer gefangen hatte offenbar eine elektronische Anzeigetafel in der U-Bahn-Station Hölkeskampring. WAZ-Leser Ingo Heidinger hat die Beschädigung damals fotografiert.
Foto: Ingo Heidinger
Was wir bereits wissen
WAZ-Leser Ingo Heidinger aus Herne erinnert sich an ein Feuer in der Herner U-Bahn im August 1993.Ein Beitrag in der Diskussion über Sicherheitstests.

Herne..  Können sich Passanten im Falle eines Feuers in den Herner U-Bahnhöfen rechtzeitig vor Feuer und Rauch ins Freie retten? Das will die Bogestra in den kommenden vier Jahren testen. Wie berichtet, nimmt sich ein Gutachter nun jeden Bahnhof einzeln vor. Dass Feuer oder Rauch in der U-Bahn durchaus möglich seien, hat WAZ-Leser Ingo Heidinger erlebt – vor rund 20 Jahren.

Großteil der Fahrgäste hustete

Das Ganze passierte irgendwann an einem August-Abend des Jahres 1993 zwischen 21 und 23 Uhr, erzählt Heidinger, der auch für die Alternative Liste (AL) im Stadtrat sitzt. Auf der Fahrt von Bochum nach Herne habe der Fahrer der U35 auf plötzlich auf der Mitte zwischen den Stationen Bernighausstraße und Hölkeskampring gehalten. „Durch die Fenster konnte man deutlich den Rauch sehen, der der Bahn entgegen kam“, erinnert sich Heidinger. Und fügt an: „Die Rauch-Entwicklung war enorm, trotz des eher kleinen Brandherds.“ Brandherd sei demnach offenbar die elektronische Anzeigetafel gewesen, von der er später ein Foto gemacht hat.

Der Rauch sei „durch die immer noch laufenden Lüfter“ ins Innere des Wagens gelangt, ein großer Teil der Fahrgäste habe bereits gehustet. Mehr als fünf Minuten sei „einfach nichts“ passiert, ein Teil der Fahrgäste, darunter auch er selbst, habe überlegt, „ob wir nicht einfach die Türen entriegeln sollten – und durch den direkt gegenüber liegenden Notausgang ins Freie flüchten sollten“. Hintergrund: Der Notausgang, so Heidinger, liege an der Oberfläche in der Nähe der Kreuzung Bochumer Straße/ Am Westbach. Dann habe sie der Fahrer auf einmal weiter in den Rauch hinein gefahren, um an der Weiche vor der Station Hölkeskampring zu wenden.

Keine Erinnerungen an den Vorfall

Herausgelassen habe er die Fahrgäste schließlich an der Berninghausstraße in Fahrtrichtung Bochum. Ihm und den anderen Fahrgästen habe sich die Frage gestellt, „warum er nicht einfach langsam im Rangiermodus auf dem ursprünglichen Gleis zurück zur Bernighausstraße gefahren ist.“ Bei der Bogestra und der Feuerwehr können sich die Offiziellen nicht mehr an den Vorfall erinnern – zu lange sei das her, so lange reiche das Archiv nicht zurück, heißt es auf Anfrage.