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KULTURHAUPTSTADT 2010 DER...

Alles im Fluss

05.02.2009 | 13:03 Uhr

Die Finanzierung der Projekte kommt zwar voran, ist aber für die Stadt Herne immer noch ein Kraftakt. Gelder fließen aus unterschiedlichen Quellen. Nachhaltigkeit erklärtes Ziel

Der Kulturkanal schlägt Brücken zwischen allen zehn Anrainerkommunen des Rhein-Herne-Kanals. Herne managt das Projekt federführend. Foto: Stadt Herne, Thomas Schmitt Foto: privatFoto: WAZ, Archiv

Kulturhauptstadt 2010: Hört sich einfach an, ist es aber nicht. Denn nicht eine Stadt ist Kulturhauptstadt, sondern eine ganze Region, das Ruhrgebiet, das sich sonst schon schwer genug tut bei der Zusammenarbeit. Aber nun sollen und wollen die Städte also kooperieren, und das gleich in doppelter Hinsicht: inhaltlich - was schon schwierig genug wäre - und finanziell. "Wir betreten ständig Neuland", sagen Peter Weber, Chef des städtischen Fachbereichs Kultur, und Regina-Dolores Stieler-Hinz, Hernes Kulturhauptstadtbeauftragte.

Zwei Euro pro Einwohner hat das Land im vergangenen November den Kulturhauptstadt-Kommunen zur Umsetzung der geplanten Projekte bewilligt. "Ein Befreiungsschlag", sagt Weber. Für Herne kommen durch den Landeszuschuss immerhin 340 000 Euro heraus. Doch das reicht bei Weitem nicht. Eine Million muss es mindestens sein, um alles Geplante umsetzen zu können.

Deshalb hoffen Weber und Stieler-Hinz, dass die Stadt Herne ebenfalls noch einmal zwei Euro pro Einwohner dazulegt - wie SPD und Grüne es in der jüngsten Sitzung des Kulturausschusses vorgeschlagen haben. Aber selbst mit diesen zweiten 340 000 Euro und den 45 000 Euro, die im Haushalt eingeplant waren, bliebe immer noch eine Finanzierungslücke von etwa 300 000 Euro.

Die hoffen Weber und Stieler-Hinz durch Sponsoring schließen zu können. Die Kulturinitiative habe bereits angekündigt, einen namhaften Betrag beizusteuern. "Ich denke, wir können realistisch von insgesamt etwa 200 000 bis 220 000 Euro von Sponsoren ausgehen", sagt Peter Weber. Bei verschiedenen Projekten sei auch eine Sockelförderung bereits vorhanden, wie zum Beispiel beim Mittelaltermarkt oder den Tagen Alter Musik, die sowieso stattfinden, aber nächstes Jahr noch weiter aufpoliert werden. Und bei anderen, originär Herner Projekten wie "AufRuhr! Anno1225" sind wiederum Partner im Boot, die einen Großteil der Finanzen stemmen - in diesem Fall der Landschaftsverband Westfalen-Lippe für das Archäologiemuseum.

Problem: Nicht erst 2010, sondern schon in diesem Jahr wird Geld benötigt, etwa ein Drittel der Gesamtsumme, um die notwendigen Vorbereitungen leisten zu können. Beispiel: das Projekt "starke Orte". Dabei soll der Bunker in Sodingen fit gemacht werden für kulturelle Nutzungen. Doch dazu muss jetzt investiert werden: In die Infrastruktur, in Brandschutz und ähnliches. Natürlich soll der Bunker nicht nur im nächsten Jahr genutzt werden, sondern darüber hinaus. Der Herner Künstlerbund habe bereits Interesse signalisiert, den Kulturbunker weiterzuführen, freut sich Weber: "Genau das sind ja die Dinge, die die Kulturhauptstadt anstoßen soll."

Nachhaltigkeit und Vernetzung sind erklärte Ziele der Kulturhauptstadt. Eines der wichtigsten Projekte für die Emscherzone organisiert Herne federführend für die zehn Anrainerstädte des Rhein-Herne-Kanals: den Kulturkanal. Unter diesem Obertitel finden unterschiedlichste Aktionen zwischen Duisburg und Datteln am und auf dem Kanal statt, vom "Day of Song" bis zu "Pottfiction", vom Kanal-Glühen bis zum künstlerischen Leitsystem. Auch für den Kulturkanal muss nach derzeitigem Stand etwa eine Million Euro fließen - natürlich nicht nur aus dem Herner Stadtsäckel. "In der einen Million für die originär Herner Projekte sind schon 200 000 Euro für den Kulturkanal enthalten", sagt Regina Stieler-Hinz, "nämlich für die Aktionen, die zwar dem gesamten Kulturkanal zugutekommen, aber auf Herner Gebiet stattfinden."

Für Gemeinschaftsaufgaben zahlen Herne und die anderen neun Anrainerkommunen insgesamt 260 000 Euro in den Kulturkanaltopf ein, der von Herne verwaltet wird. Das Kulturhauptstadtbüro Essen hat außerdem 250 000 Euro an Förderung zugesagt: "Es gibt aber Signale, dass diese Summe erhöht wird", so Stieler-Hinz. Und für manche Projekte zum Kulturkanal gibt es Drittmittel. So werden die "Picknickdecken", die die Herner Künstlerin Beate Matkey zusammen mit der VHS entwickelt und verwirklicht, mit Geldern aus dem "Ökologischen Programm Emscher-Lippe" finanziert.

Die WAZ wird im Laufe des Jahres kontinuierlich die einzelnen Projekte vorstellen und über den Stand der Vorbreitungen berichten.

Von Ute Eickenbusch und Gabriele Heimeier

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Kommentare
06.02.2009
19:28
Alles im Fluss
von montcenisschacht2 | #4

Mit dem Bunker als weiter Kulturstätte wird Sodingen Anwärter auf den Titel: Kultur Hauptstadt. Jetzt müssen nur noch der Volksparkturm sinnvoll genutzt und die Papierkörbe um Wiesmann geleert werden.

05.02.2009
20:20
Alles im Fluss
von paule1968 | #3

geil! kaum hat die stadt wieder geld zur verüfung wird es aus dem fenster hinausgeworfen. aber mit dem progressiven denken war das noch nie so weit her! :D

05.02.2009
17:55
Alles im Fluss
von knutohnehut | #2

So ist das Leben.

05.02.2009
11:25
Alles im Fluss
von knutmithut | #1

So so, der Herner Künstlerbund soll sich dem neuen Kulturbunker annehmen? Welch komischer Zufall, dass gerade druch andere Kulturinitiativen ein anderer Bunker anvisiert wird!

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